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Schwarzburg-Rudolstädtisches Gesang-Buch für die öffentliche und häusliche Andacht : [nebst] Gebete ... [und] Episteln und Evangelien auf alle Sonn- und Festtage des ganzen Jahres [und] Antiphonien
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Episteln und Evangelien.

sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Theil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein; und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl, darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein.

Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider, und setzte sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißet mich Meister und Herr, und saget recht daran, denn ich bin's auch. So ich nun, euer Meister und Herr, euch die Füße gewaschen habe, sollet ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Wahrlich, wahr­lich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr, noch der Apostel größer, denn der ihn gesandt hat. So ihr solches wisset, selig seid ihr, so ihr's thut. Nicht sage ich euch von allen; ich weiß, welche ich erwählet habe; sondern, daß die Schrift er füllet würde: Der mein Brod isset, der tritt mich mit Füßen. Jetzt sage ich's euch, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es geschehen ist, ihr glaubet, daß ich's bin. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer aufnimmt, so ich jemand senden werde, der nimmt mich auf: wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Da solches Jesus gesagt hatte, ward er betrübt im Geiste, und zeugete und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch, der mit mir isset, der wird mich verrathen. Siehe, die Hand meines Verräthers ist mit mir über Tische. Und die Jünger wurden sehr traurig, sahen sich unter einander an, und ward ihnen bange, von welchem er redete. Und sie fingen an zu fragen unter sich selbst: Welcher es doch wäre unter ihnen, der das thun würde? Und sagten zu ihm einer nach dem anderen: Herr, bin ich's? und der andere: Herr, bin ich's? Er antwortete und sprach: Einer aus den Zwölfen, der mit mir in die Schüssel tauchet, der wird mich verrathen. Des Menschen Sohn gehet zwar dahin, wie von ihm beschlossen und geschrieben ist: doch wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verrathen wird; es wäre ihm besser, daß derselbe Mensch noch nie geboren wäre. Da antwortete Judas, der ihn verrieth, und sprach: Bin ich's, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagst's.

Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische saß, an der Brust Jesu, welchen Jesus lieb hatte, dem minkte Simon Petrus, daß er forschen sollte, wer es wäre, von dem er sagte, denn derselbige lag an der Brust Jesu, und sprach zu ihm: Herr, wer ist's? Jesus antwortete: Der ist's, dem ich den Bissen ein­tauche und gebe. Und er tauchte den Bissen ein, und gab ihn Juda Simonis Ischarioth. Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn.

Da sprach Jesus zu ihm: Was du thust, das thue bald. Das­ſelbige aber wußte niemand über dem Tische, wozu er's ihm sagte. Etliche meineten, dieweil Judas den Beutel hatte, Jesus spräche zu ihm: Kaufe, was uns noth ist auf's Fest; oder, daß er den Armen etwas gäbe. Da er nun den Bissen genommen hatte, ging er sobald hinaus, und es ward Nacht.