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Episteln und Evangelien.
Zöllner, und war reich, und begehrte Jesum zu sehen, wer er wäre, und konnte nicht vor dem Volke, denn er war klein von Person. Und er lief vorhin und stieg auf einen Maulbeerbaum, auf daß er ihn sähe, denn allda sollte er durchkommen. Und als Jesus kam an dieselbige Stätte, sah er auf, und ward seiner gewahr, und sprach zu ihm: Zachäe, steige eilend hernieder; denn ich muß heute zu deinem Hause einkehren. Und er stieg eilend hernieder; und nahm ihn auf mit Freuden. Da sie das sahen, murreten sie alle, daß er bei einem Sünder einkehrete. Zachäus aber trat dar, und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und so ich jemand betrogen habe, das gebe ich vierfältig wieder. Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist dieſem Hause Heil widerfahren, sintemal er auch Abrahams Sohn ist. Denn des Menschen Sohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, das verloren ist.
Geschichte
von dem bitteren Leiden und Sterben unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi. ( Nach den 4 Evangelisten in 5 Hauptstücke abgetheilt.):
Das erste Hauptstück.
Von Zubereitung des Osterlammes.
&& s war aber nahe das Fest der süßen Brode, das da Ostern
heißet. Und Jesus sprach zu seinen Jüngern: Ihr wisset, daß nach zween Tagen Ostern wird, und des Menschen Söhn muß überantwortet werden, daß er gefreuziget werde.
Da versammelten sich die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und die Aeltesten im Volke in dem Palaste des Hohenpriesters, der da heißet Caiphas, und hielten Rath, wie sie Jesum mit List griffen und tödteten, denn sie fürchteten sich vor dem Volke. Sie sprachen aber: ja nicht auf das Fest, auf daß nicht eine Aufruhr werde im Volke.
Und da nun Jesus war zu Bethanien im Hause Simonis des Aussäßigen, trat zu ihm ein Weib, das hatte ein Glas mit ungefälschtem und köstlichem Nardenwasser; und sie zerbrach das Glas und goß es auf sein Haupt, da er zu Tische saß. Da das seine Jünger sahen, wurden sie unwillig und sprachen: Was soll doch dieser Unrath? man könnte das Wasser mehr denn um dreihundert Groschen verkauft haben, und dasselbe den Armen geben, und murreten über sie. Da das Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Laffet sie zufrieden, was bekümmert ihr das Weib? Sie hat ein gutes Werk an mir gethan. Ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollet, fönnet ihr ihnen Gutes thun: mich aber habet ihr nicht allezeit; sie hat gethan, was sie gekonnt. Denn, daß sie dieſes Wasser hat auf meinen Leib gegossen, damit ist sie zuvor gekommen, meinen Leichnam zu salben zu meinem Begräbnisse. Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch sagen zu ihrem Gedächtnisse, was sie gethan hat.


