50
Episteln und Evangelien.
gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht be fleidet. Ich bin frank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig oder durstig, oder einen Gast, oder nackend, oder krank, oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: was ihr nicht gethan habt einem unter diesem Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben.
Epistel am 27. Sonnt. n. Trinit., 2. Cor. 5, V. 1-10. W ir wissen aber, so unser irdisches Haus dieser Hütte zerbrochen wird, daß wir einen Bau haben von Gott erbauet, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist im Himmel. Und über demselbigen sehnen wir uns auch nach unserer Behausung, die vom Himmel ist, und uns verlanget, daß wir damit überkleidet werden; so doch, wo wir bekleidet, und nicht bloß erfunden werden. Denn dieweil wir in der Hütte sind, sehnen wir uns, und sind beschweret; sintemal wir wollten lieber nicht entkleidet, sondern überkleidet werden, auf daß das Sterbliche würde verschlungen von dem Leben. Der uns aber zu demselbigen bereitet, das ist Gott, der uns das Pfand, den Geist gegeben hat. Wir sind aber getrost allezeit, und wissen, daß, dieweil wir im Leibe wohnen, so wallen wir dem Herrn. Denn wir wandeln im Glauben, und nicht im Schauen. Wir sind aber getrost, und haben vielmehr Lust außer dem Leibe zu wallen, und daheim zu sein bei dem Herrn. Darum fleißigen wir uns auch, wir sind daheim, oder wallen, daß wir ihm wohlgefallen. Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhle Christi, auf daß ein jeglicher empfange, nachdem er gehandelt hat bei Leibes Leben, es sei gut oder böse. Das Evangelium am 27. Sonnt. n. Trinit. von der Verklärung Christi, Matth. am 17., V. 2-9, suche droben am 6. Sonntage nach dem der Heil. 3 Könige. Oder:
Evangelium, Matth. 24, V. 37-51.
die
aber, wie es ſein Zukunft des Menschen Sohnes. Denn gleichwie sie waren in den Tagen vor der Sündfluth, sie aßen, fie tranken, sie freieten und ließen sich freien, bis an den Tag, da Noah zu der Arche einging; und sie achteten es nicht, bis die Sündfluth kam, und nahm sie alle dahin; also wird auch sein die Zukunft des Menschen Sohnes. Dann werden zween auf dem Felde sein; einer wird angenommen, und der andere wird verlassen werden. Zwo werden mahlen auf der Mühle; eine wird angenommen, und die andere wird verlassen werden. Darum wachet, denn ihr wisset nicht, welche Stunde euer Herr kommen wird. Das sollt ihr aber wissen: Wenn ein Hausvater wüßte, welche Stunde der Dieb kommen wollte, so würde er ja wachen und nicht in sein Haus brechen lassen. Darum seid ihr auch bereit, denn des Menschen Sohn wird kommen zu einer Stunde, da ihr es nicht meinet. Welcher ist aber nun ein treuer und kluger Knecht, den sein Herr gesetzt hat über sein Ge sinde, daß er ihnen zu rechter Zeit Speise gebe? Selig ist der


