Druckschrift 
Hausbuch : tägliche Andachten für die Hausgemeine / hrsg. vom Ev. Bücher-Verein
Entstehung
Einzelbild herunterladen

730

Gerechtigkeit und Friede sich küssen. Steuere allen Versuchungen, da der Teufel uns abführen will von der Kraft der Gottseligkeit, und endlich, wenn unser Stündlein kommt, wollest Du uns ein seliges Ende bescheeren und mit Gnaden von diesem Jammerthal zu Dir in den Himmel nehmen. Amen.

20. Um Gottes Hülfe im Jammerthal.

Herr, allmächtiger Gott, Deine Gerichte sind wahrhaftig und ge­recht. Da wir Dich verließen, machtest Du dieses Leben zu einem Jammerthale, damit wir inne würden und erführen, was es für Jam­mer uns bringt, Dich, Herr, verlassen und nicht fürchten. Es ist wahr, Deine Hand liegt auf uns; aber wir wissen auch, daß Du Alle lieb hast, welche Du züchtigst, und denen, die Dich suchen und lieben, alle Dinge zum Besten dienen läsfest. Du hast Deines eigenen Sohnes nicht verschonet sondern Ihn für uns Alle dahingegeben; wie solltest Du uns mit Ihm nicht Alles schenken! Wahrlich, Deine Barmherzigkeit rühmet sich wider das Gericht; denn Christus ist ge­storben, welcher auch auferwecket und zur Rechten Gottes ist und uns vertritt. Durch diesen Deinen lieben Sohn haben wir Zugang zu Dir und wissen, so wir Dich Etwas bitten in dem Namen Jesu, wirst Du es uns geben. So treten wir vor Dein Angesicht und bitten Dich um Deinen Segen.

Mache unsere Seelen reich an Glauben und Liebe, und wie wir in der Taufe Glieder geworden sind an Christo, der das Haupt ist, Reben an Ihm, dem Weinstocke, so wollest Du uns durch Deinen Geist in dem angefangenen Wesen erhalten und stärken. Wir und unsere Kinder sind reich genug, wenn wir den wahren christlichen Glauben haben. Du wollest uns denselben geben, erhalten und meh­ren. Und weil es Deine Lust ist, uns wohlzuthun, und wir auch wohl wissen, daß Du alle Haare auf unserm Haupte zählst, so bitten wir Dich, behüte uns vor Unglück und Noth und befiehl Deinen heiligen Engeln, daß sie uns bewahren. Willst Du uns Kreuz und Krankheit auflegen, so entzieh uns um so weniger Deine heilsame Gnade und gib, daß wir in Geduld, Demuth und Vertrauen zu Dir darin aus­harren, bis Du es änderst; denn Deine Hand kann Alles wenden. Wir bitten Dich für alle die Unsrigen, es seien Eltern, Brüder, Schwestern, Verwandte, Freunde, Nachbarn und Bekannte; hilf einem Jeden in seinem Anliegen. Wir bitten für unsere Feinde, daß Du ihnen wie uns ein mildes, versöhnliches Herz geben wolleft.

Und weil wir nichts Gutes haben, was wir nicht von Dir empfangen, so wollest Du in Gnaden alle wohlverdienten Landplagen von uns abwenden, den Fürsten Friede und Einigkeit verleihen, unsern Landesherrn mit Deiner Gnade krönen und ihm verleihen, daß er sei