für die christlichen Festtage.
Abendgebet am Offersonntage.
Wie der Abendstern am Fichtenwalde, Wie der Vollmond durch die Wolken bricht; So erscheint ein Strahl aus bessern Welten Und gewährt der dunkeln Seele Licht. Sanft und glänzend dämmert es herüber Aus der schönen, fernen Ewigkeit.
Und die Seele blicket wonnetrunken In den Tempel der Unsterblichkeit. Welch' ein Schauer bebet durch ihr Wesen! Welche Klarheit wallt vor ihrem Blick! Alles schwimmt in heiliger Verklärung Und die Erde sinkt in Nacht zurück. Wie einst Moses von dem Todesberge In das Land der gold'nen Freiheit sah, So ersteigt der Mensch den Grabeshügel, Und die Zukunft liegt ihm freundlich nah'. Jede trübe Nebelwolke schwindet,
Wenn er sich zum reinen Aether schwingt; Seine Erdenleiden sind verwehet, Und das große Halleluja klingt. Vorwärts ist das Land der freien Wesen, Liegt der Tugend große Blumenflur, Weht der Liebe Harfenton herüber, Glänzt der Wahrheit helle Sonnenſpur. Alles Schöne neigt sich dort zusammen Und das Gute findet seinen Lohn;
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