vor der Beichte.
tritt unverhüllt vor unser Auge. Mancher Fehler, den wir längst vergessen wähnten, erwacht neu in unserer Erinnerung und ſtellt sich mit seinem ganzen Erfolge vor unser zur Selbstprüfung geſtimmtes Gemüth. Mögen wir nun als Einzelne dem Diener des göttlichen Wortes bekennen, daß wir es wissen und tief empfinden, wie wir die Gebote des Herrn übertreten haben, oder mag auch der Prediger uns zu solcher Selbstprüfung ermahnen, und in begeisterter Rede uns darthun, wie nöthig uns Gottes Gnade und Segen sei: immer wird doch derselbe Zweck erreicht. Wir werden aufmerksam gemacht auf den geheimen Zustand unseres Herzens.
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Und sind wir vertraut in unserm Herzen, kennen wir unsere Schwächen, sind uns nicht unbekannt die Versuchungen, wo die Sünde uns angreifen, das Laster sich unserer bemächtigen kann, so wird es uns auch leicht werden, die Mittel aufzusuchen und zu finden, wodurch wir uns vor solchen Angriffen schützen, oder gegen dieselben glücklich vertheidigen können. Denn es muß sich uns zeigen, daß wir nicht blos dadurch fehlten, indem wir handelten, sondern auch dadurch, daß wir Manches unterließen, was wir wohl leicht hätten vollbringen mögen. Und so lernen wir auch zugleich


