375
Kirchengesänge.
Stabat Mater.
te
1. Bei dem Kreuz mit nassen Wangen, Wo ihr liebster Sohn gehangen,* Stand fie trostlos und allein,* Und in dem beklemmten Herzen* Gruben sich die Todesschmerzen * Gleich dem Dolche blutend ein.
2. O wie kläglich, wie betrübet* Stand des Sohnes, den sie liebet,* Auserwählte Mutter da!* Todesangst sank auf sie nieder * Als sie die zerrisf'nen Glieder* 3hres liebsten Jesu sah.
3. Wer soll bei so herben Peinen* Keine Mitleidszähre weinen,* Wer nicht fühlen ihre Noth?* Wer erwäget ohne Schauer, Der verwaisten Mutter Trauer* Über ihres 3p03 Sohnes Tod!
4. Jesum sah sie fest gebunden* Und zerfleischt mit tausend Wunden* Für des Volkes Missethat!* Sah den Sohn verschmäht, verlassen,* Allen Trost's beraubt erblassen, Den sie so geliebet hat.
5. Mutter, lass mit dir mich grämen, Theil an deinen Qualen nehmen,* Dieses sei mein Erb' und Lohn;* Dass ich mich
*


