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Odort finden wir himm- li- sche
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Ruh''
Das englische Gedicht A Light in the Window", wovon obiges Lied herrührt, wurde durch folgende anmuthige Begebenheit veranlaßt:
Ein ungefähr 12 Jahre alter Knabe, Namens Eduard, juchte in kindlicher Liebe und Treue seine verwittwete Mutter zu unterstüßen. Was er den Tag über erarbeitet hatte, trug er dann Abends nach Hause. Einmal geschah es nun. daß er in stockfinsterer Nacht einen Weg von drei englischen Meilen zurückzulegen und dabei einen schweren Bündel zu tragen hatte, und so gelang es ihm nur mit Mühe und Noth und erst sehr spät. die Heimath zu erreichen. Die Mutter war in dieser Beit daheim sehr besorgt um ihren Jungen und freute sich daher unendlich, als sie seine Stimme hören durfte. Zärtlich küßte sie ihn, während sie mit Freudenthränen im Auge ausrief:„ Gott grüße dich, mein lieber Sohn! O wie froh bin ich, dich wohlbehalten wieder in meine Arme schließen zu dürfen!" Eilend nahm sie ihm nun seine Bürde ab und gelobte, sie wolle in Zukunft jeden Abend ein Licht an ihr Fenster stellen, damit er durch dasselbe den Weg zur Heimath besser finde. Wie gesagt, so geschah es auch fortan Jahre lang. O wie freute sich dann das Herz des Sohnes jedesmal, wenn er auf dem Heimweg begriffen war und schon aus weiter Ferne das liebliche Licht gewahr wurde, das ihm aus der Heimath so freundlich entgegenleuchtete!
Nachdem die jüngern Brüder Eduards herangewachsen waren und der Mutter unter die Arme greifen fonnten, ging er zur See und war drei Jahre abwesend. In dieser Zeit, während er sich auf dem stillen Ocean befand, starb die theure Mutter daheim. Jhr letztes Wort, das noch zu den Umstehenden über ihre Lippen floß, war: O sagt Eduard, daß ich im Sterben noch betend seiner gedachte! Sagt ihm, daß ich nach der bessern Heimath droben vorangegangen sei, wo ich für ihn ein Licht ans Fenster sezen wolle, damit er auch einmal glücklich jenen seligen Ort erreiche, wo wir bei bem Herrn dann ewig vereinigt sein werden."


