786 Gebet bei schweren Nöthen und Landplagen: Krieg, Hunger, Seuche.
Herr, allmächtiger Gott, der du der Elenden Seufzen nicht verschmähest und der betrübten Herzen Verlangen nicht verachtest, siehe doch an unser Gebet, das wir in unserer Noth vor dich bringen. Wecke uns auf aus unserer Sicherheit; räche nicht die große Untreue unserer Herzen; gedenke, was für elende, schwache Geschöpfe wir sind und laß statt des gedrohten Unterganges deine große Geduld noch einmal über uns walten; hilf uns im Namen Jesu Christi, auch in der Noth ein kindliches Vertrauen zu dir schöpfen, uns fest an dich halten und deiner Hilfe harren. *** Segne den Menschen, o Jesu, die jetzige Noth und Gefahr zu einer rechten Bußübung, und laß manchem, gleich dem verlornen Sohn, das Gewissen aufwachen, daß er eile und seine Seele errette, so lange es Zeit ist. Mache allen fleischlichen Trost zu Nichte und stärke die Herzen der Glaubigen, daß sie nicht irre werden an deinen Wegen, sondern dir auch über deinen Gerichten Ehre geben. Laß uns aber auch deine priesterliche Fürbitte zu Gute kommen, daß, so viel möglich, deine Gerichte noch aufgehalten werden und die Versuchung nicht über unser Vermögen gehe. Höre die Gebete derer, die Tag und Nacht zu dir rufen und sich mit priesterlichem Geist vor den Riß stellen. Laß uns erkennen, daß du es bist, der mit einem Wort den Zornfluten gebieten kann, daß sie sich legen. Gib, daß wir eine neue Erfahrung davon machen: Wir haben einen Gott, der da hilft und einen Herrn, Herrn, der vom Tode errettet.
Sieh' nicht an unsere Sünden groß, Sprich uns davon in Gnaden los, Steh' uns in unserem Elend bei, Mach' uns von allen Plagen frei. Alsdann von Herzen wollen wir Mit hohen Freuden danken dir, Gehorsam sein nach deinem Wort, Dich all'zeit preisen hier und dort. Amen.


