Beichtgebet.
Heiliger und gerechter Gott, wir demüthigen uns vor dir im Gefühl unserer Schuld und Strafbarkeit. Dir ist nichts verborgen, und unser Gewissen sagt es uns, daß wir vielfältig, und dazu manchmal vorsäßlich und muthwillig, mit Gedanken, Worten und Werken gegen dich gesündigt haben. Wie oft haben wir deine Gebote vergessen, den Reichthum deiner Güte und Langmuth mißbraucht und durch Untreue deinen heiligen Geist betrübt. Unsere Sünden gehen über unser Haupt, sie sind uns zu schwer geworden, wie eine große Last; wenn du ins Gericht mit uns gehen wolltest, so müßten wir verzagen; denn wer kann bestehen vor dir, wenn du willst Sünde zurechnen. Aber du haft nicht Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern willst, daß er sich bekehre und lebe. Du bist nahe bei denen, die zerbrochenen Herzens sind und hilfft denen, die ein zerschlagenes Gemüth haben. So verbirg denn dein Angesicht nicht vor uns, die wir unsere Missethat mit Schen und Neue bekennen. Sei uns gnädig nach deiner Güte und tilge unsere Sünden nach deiner Barmherzigkeit. Du hast uns deinen eingeborenen Sohn zum Versöhner und Heiland gegeben; er ist unser Fürsprecher bei dir. Laß uns die Vergebung zu Theil werden, die er uns durch seinen Tod am Kreuz erworben hat. Stärke uns mit Kraft, unsern Sinn und Wandel nach deinem Willen einzurichten. Hilf uns alle Reizungen zur Sünde besiegen. Schaffe in uns das Wollen und Vollbringen nach deinem Wohlgefallen. Gib, daß wir Glauben bewahren bis ans Ende, damit wir uns im Leben und Sterben deiner Liebe getrösten und einst der ewigen Seligkeit theilhaftig werden.
Richtig wandeln, Weise handeln, Wollst du künftig mir verleihn; Gib die Triebe Reiner Liebe Voller in mein Herz hinein. Welch ein Segen Ist zugegen, Wenn es heißt: du mein, ich dein! Amen.
777


