772 Erntedankfest in mittelmäß. Jahren.
Allmächtiger Gott, du hast dich nicht unbezeugt gelassen, sondern hast uns viel Gutes gethan; du Hast unsere Saaten behütet und das Gewächs unserer Felder und Weinberge gesegnet. Darum kommen wir vor dein Angesicht mit Danken, und sind getroft über deiner Hilfe. Wir bekennen in Demuth, daß wir deine Treue nicht verdient haben, und daß der Reichthum deiner Güte, Geduld und Langmuth vielfältig von uns verachtet wird. Aber deine Gnade hat noch kein Ende und deine Barmherzigkeit währet für und für. Darum preisen wir deinen Namen und bitten dich um deinen heiligen Geist, daß er uns lehre, wie deine Güte uns zur Buße leite, damit wir in rechter Furcht unser täglich Brod mit Danksagung empfangen, und in der Liebe zu dir und unserem Nächsten alle deine Gaben nach deinem Willen gebrauchen. Gib uns einen zufriedenen und bescheidenen Sinn, auf daß wir uns genügen lassen an dem, das da iſt, und deiner Hilfe kindlich vertrauen. Erwecke unsere Herzen, daß wir nicht vergessen, wohl zu thun, und von deinen Gütern die Hungrigen speisen und die Durstigen tränken. Erquicke du selbst die Armen und Bekümmerten mit deinem Trost, und mache sie reich durch den Geist des Glaubens und durch das Wort des Lebens, das ewiglich bleibet. Gib uns allen nach deiner Gnade, daß wir am Tage jener großen Ernte mit Freuden kommen und unsere Garben bringen, und aus deiner Hand die unverweltliche Krone der Ehren empfangen, durch deinen Sohn, unsern Herrn und Heiland, Jesum Christum.
Ja, freilich bin ich zu geringe Der herzlichen Barmherzigkeit, Womit, o Schöpfer aller Dinge, Mich deine Liebe stets erfreut;
Ich bin, o Vater, selbst nicht mein, Dein bin ich, Herr, und bleibe dein! Amen.


