5. Januar. Abend.
Hebräer 13, 14. Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.
10
Ewiger, unendlicher Gott, ich lobe dich, daß du mich heute aus und ein begleitet, mein Gebet erhört und mir bis hicher geholfen hast. Bei dir ist kein Wechsel des Lichts und der Finsterniß; aber in der Welt behält nichts eine bleibende Stätte; die Stunden wechseln ab und vergehen, auf den Tag folget die Nacht, auf den Winter der Sommer, auf die Jugend das Alter, auf Sonnenschein Regen, auf Freude Traurigkeit. Dadurch lehrest du mich, daß ich auch keine bleibende Stätte auf Erden habe, nicht in meinem Hause, nicht in meinem Beruf, nicht in meiner Gesundheit, nicht im Glück, nicht in meinen Gütern, nicht in meinem Leben; sondern daß auf das Leben der Tod, auf die Gesundheit Krankheit, auf Arbeit die Ruhe im Grabe folgen wird. Da werde ich selbst einmal zu Staub und Asche werden. So laß mich denn nicht nach der Welt Schäßzen, Glückseligkeit und Lustbarkeit verlangen! Laß mich nicht des Himmels Herrlichkeit um schnöde Lust dahin geben, oder wie Esau meine Erstgeburt verachten. Jch suche vielmehr die zukünftige Stadt, ich suche mit lebendigem Glauben, mit ge= beugten Knieen, mit falteten Händen deine Vaterarme, mein Schöpfer! dein treues Herz, o Jesu! deinen Beistand, o heiliger Geist! Geist! Darin will ich diese Nacht ruhen, dahin will ich fliehen in jeder Noth, und in der Stunde meines Todes; da will ich bleiben nach dem Ausgang aus dieser Zeitlichkeit, da will ich mich ergeßen in alle Ewigkeit.
Auf Seele, auf und eile, Das Ziel ist nicht mehr fern; Die Wolken- Feuer- Säule Zeigt dir den Weg zum Herrn. Weg mit der Erde Lust und Laſt, Laß alles andre schwinden,
Bis du das Kleinod hast. Amen.


