IS ALSOTLIN
4. Januar. Abend.
Nöm. 8, 1. So ist nun keine Verdammniß an denen, die in Christo Jesu sind, die nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist.
8
Gerechter Gott, da die Sonne untergeht, stelle ich mich vor dein heiliges Angesicht. Du weißt am besten, welchen Weg ich heute gewandelt habe; du weißt, wenn ich des Fleisches Begierden und Gelüsten mehr gefolgt, als deines Geistes Trieb und Locken. Verzeihe mir, und verdamme mich nicht, mein Gott, ob ich schon die Verdammniß verdient habe. Denn ich weiß, daß die geringsten Sünden, wenn sie nicht bereut, unter= lassen und dir abgebeten werden, eben so wohl verdammen, als die groben Laster. Wohlgefallen an der Ungerechtigkeit, Ueppigkeit, Rachgier, Feindschaft iſt schon vor deinen Augen wie Diebstahl, Hurerei und Todtschlag. Aber in Jesu habe ich Vergebung aller meiner Sünden, in ihm bin ich gerecht, seine Gerechtigkeit ist das Ehrenkleid, darin ich vor dir erscheinen darf; so wirst du mich nicht verdammen; sein Blut ist das Lösegeld, das mich von der Verdammniß frei gemacht hat. Ja, Herr Jesu, reinige mein Herz von allen Fleischeslüsten, und lebe du in mir, daß ich dein sei, in dir denke, aus dir rede, nach deinem Sinn und Geist wandle und mit Fleiß alles meide, was dir zuwider und mir verdammlich sein kann. Mit meinen Sünden habe ich die Verdammniß, mit deinem Leiden hast du mir die Seligkeit verdient. So ist nun keine Verdammniß an mir, weil ich in dem Blute des Lammes die Versöhnung und Reinigung erlanget habe; in seinem Namen schlafe ich fröhlich ein.
Wer in Jesu ist erfunden
Und mit Jesu bleibt verbunden, Wird von niemand mehr verdammt; Durch des Hohenpriesters Beten Wird vor Gott er stets vertreten, Denn das ist sein ewig Amt. Amen.


