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Johann Friedrich Stark's Morgen- & Abend-Andachten frommer Christen auf alle Tage im Jahr / bearb. von K. Ch. E. Ehmann
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Vorrede zur ersten Auflage.

Das alte Starkenbuch erscheint hier in einer neuen Ge­stalt, und es ist die Absicht der Vorrede, sich hierüber zu recht­fertigen. Das Bedürfniß einer neuen Auflage war mehrfach an den Herrn Verleger herangetreten; aber zweierlei Bedenken stan­den entgegen, nämlich einerseits der Blick auf die bedeutenden Herstellungskosten des umfangreichen Werks, andererseits die Rücksicht auf die Ansprüche und Erwartungen des Publikums, welches kürzere Gebete verlangt. Der Gedanke an Kürzung lag daher nahe; aber es fragte sich, ob eine solche bei einem so alten und bekannten Buche zulässig und rathsam erscheine? Ein Blick auf die Beschaffenheit des Buchs mit seinen unzähligen Wiederholungen, mit seinen vielen Erklärungen aus dem Gebiet der Geschichte, der Alterthumskunde und anderer Wissenschaften, welche wohl in einem belehrenden Vortrag, aber gewiß nicht im Gebet am Plaße sind, hob nicht nur dieses Bedenken, son­dern eine Kürzung in dieser Richtung schien vielmehr dem Buche zum Vortheil zu gereichen. Auch über die Grundsäge, nach welchen sich die Kürzung zu richten hätte, konnte kaum ein Zwei­fel entstehen. Die Richtschnur, an welche sich die Gebete hal­ten, bilden die Bibelterte; diese sind die Grenzpfähle, innerhalb deren sich die Andacht bewegt. An diese mußte sich daher auch die Bearbeitung halten. Sie wollte aber dabei nicht stehen bleiben. Die starren Bestimmungen der altkirchlichen Glaubens­lehre, womit Stark den Bibeltert füllt und ausweitet, gehen bekanntlich über das Vorbild der gesunden Lehre weit hinaus, und mußten sich daher gefallen lassen, nach dem Maß des Schriftworts beschnitten zu werden. In gleicher Weise mußten die gesuchten, in's einzelne gehenden und daher ermüdenden Nusdeutungen biblischer Bilder und Gleichnisse auf ein beschei­benes Maß zurückgeführt werden. Endlich wurden die nicht