Sonntag und Gottesdienst.
kaufter Erb' ich bin. Laß deines Priestertums in tiefster dich finden, laß dich finden, Andacht zu verrichten. gieb dich mir und nimm mich hin."
3. Mein Gott, ich bin vor dir erschienen und gebe auf dein Winken acht, wie kann ich dir gefällig dienen, wenn mich dein Geist nicht tüchtig macht? Wie wird mein Herz in dir erfreuet, wenn er nicht stillt der Sünde Pein? Wie kann mein Beten kräftig sein, wenn er mein Wesen nicht erneuet?
36
3. Ich begehre, Herr, gewähre mir nur deine freie Gnad', die du giebest, weil du liebest den, der dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden, der hat alles, der dich hat.
4. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Wollust, Ehr' und Freud' sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden, großer Gott, ich bin bereit!
Joach. Neander 1650-1680. Nach eigener Melodie.
47. Beschwertes Herz leg ab die Sorgen, erhebe dich, gez beugtes Haupt! Es kommt der angenehme Morgen, da Gott zu ruhen hat erlaubt, da Gott zu ruhen hat befoh len und selbst die Ruhe eingeweiht. Auf, auf, die ihm geraubte Zeit in seinem Dienste einzuholen!
2. Auf, laß die Welt aus deinem Sinne, dein irdisch' Werk laß stille stehn, du sollst zu höherem Gewinne in deines Gottes Tempel gehn; ihm zu bezahlen deine Pflichten und zur Vermehrung seines Ruhms die Werke
4. Kann meine Harfe lieblich klingen, wenn sie dein Finger nicht berührt? Kann ich die düstre Nacht durchdringen, wenn dieser Leitstern mich nicht führt? Kann ich ein reines Opfer werden,
wenn diese Flamm' nicht in Lieb' verzehrt und hebet von mich fährt und mich in deiner dem Staub der Erden!
5. In deinem Haus will ich mir bauen die Hütte, bis ich scheid' einmal, indessen gieb mir, dich zu schauen, o Lebenslicht und Gnadenstrahl, so feir' ich recht den Tag der Sonnen, so hab' ich meine Ruh' in dir; ach, habe du dein Werk in mir, vollführe, was du hast begonnen.
6. Wenn sich des Lebens Werktag' enden, so ruh', von allem Frohndienst los, mein Geist in deinen Vaterhänden,


