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Gesangbuch für die evangelisch-lutherische Kirche in Bayern : [nebst Ordnung und Form des Hauptgottesdienstes an Sonn- und Festtagen]
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Gebetlieder.

4. Kann ein einiges Gebet einer gläubgen Seelen, wenns zum Herzen Gottes geht, sei­nes Zweds nicht fehlen; was wirds thun, wenn sie nun alle vor ihn treten und zusammen

beten!

5. Wenn die Heilgen dort und hier, Große mit den Kleiz nen, Engel, Menschen mit Be­gier alle sich vereinen, und es geht Ein Gebet aus von ihnen allen: wie muß das erschallen!

6. O, so betet alle drauf, betet immer wieder! Heilge Hände hebet auf, heilget eure Glieder; heiliget das Gebet, das zu Gott sich schwinget; betet, daß es dringet.

7. Betet, daß die lepte Zeit vollends übergehe, daß man Christi Herrlichkeit offenbaret fehe; stimmet ein insgemein mit der Engel Sehnen nach dem Tag, dem schönen.

8. Das Gebet hat Christi Gunst, wo mans ernstlich übet; und das ist der Heilgen Kunst, beten, wie ers liebet; das ge­scheh je und je, wie ers vor­genommen, auf sein endlichs Kommen.

9. Dieß Verlangen muß vorher in der Seele glimmen, so macht aus dem Bitten er Donner, Blizz und Stimmen, die ergehn und geschehn, daß die Feinde beben und Gott Ehre geben.

Christoph Carl Ludwig von Pfeil,

geb. 1712, †

Mel. Mein Herzens- Jesu, meine ic. 30. Gott, deine Güte

reicht so weit, so weit die Wol­ken gehen; du frönst uns mit Barmherzigkeit und eilst uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, mert auf mein Wort; denn ich will vor dir

beten.

2. Ich bitte nicht um leber­fluß und Schäße dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du ge­sandt, und mich selbst zu er­

kennen.

3. Ich bitte nicht um Ehr

und Ruhm, so sehr sie Men­schen rühren; des guten Na­mens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sey meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe.

4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden.

Chrifti. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 1769.

Mel. Herr Gott, dich loben alle sc. 31. Ich femme vor dein Angestät, verwirf, o Gott,