1. Capitel., Gegrüßet seist du, Königin'. 17
widerlegt hatte, war er nicht zufrieden, die Lügen bestritten zu haben, sondern wollte auch die Wahrheit festsetzen und zu erkennen geben, welche Ehrfurcht wir dieser würdigen Gottesmutter schuldig, und wie sehr wir verpflichtet sind, sie nach Jesu Christo als unsere Mittlerin bei Gott anzuſehen. Seine Worte sind folgende: ,, Wie Eva durch das Wort eines Engels der Finsterniß ist getäuscht worden und sich durch ihren Ungehorsam von Gott entfernt hat, so wurde Maria durch das Wort eines Engels angekündigt, fie würde Mutter Gottes werden, wenn sie demselben gehorchte; und wie der Teufel jener eingegeben hatte, Gott zu verlassen, so wurde diese bewogen, Ihm zu folgen, und dadurch ihre Mittlerin. Wiederum, wie das ganze menschliche Geschlecht durch ein Weib dem Tode ist unterworfen worden, so hat es eine Jungfrau davon befreit, indem der Gehorsam dieser letzteren den Ungehorsam jener aufwog und gut machte. Endlich wie die Sünde des ersten Menschen durch das Leiden des Sohnes Gottes ist getilgt worden, so hat die Einfalt der Taube über die Arglist der Schlange den Sieg erhalten, damit wir von den Banden, die uns gefesselt hielten, erledigt würden." Und an einem andern Orte sagt er( I. 3. c. 33.):, Wie die erste Eva durch ihren Ungehorsam sich selbst und dem ganzen menschlichen Geschlechte den Tod verursacht hatte, fo hat Maria, die Jungfrau, durch ihren Gehorsam sich ſelbst und dem ganzen menschlichen Geschlechte das Heil erworben."
Das, was hier dieser große Heilige lehrt und in der Folge aus andern Vätern wird bestätigt werden, enthält gewiß eine der vornehmsten Gaben und Eigenschaften, die wir an der heiligen Jungfrau verehren müssen, daß sie nämlich nach ihrem Sohne Jesu Christo durch ihre unvergleichlichen Tugenden, die sie der Mutterschaft Gottes würdig machten, zum Heile der Menschen am meisten mitgewirkt habe. Ja, sie trägt
Herrlicht. Mar.
2


