6. Kreuz- und Trostgebete.
Gelassenheit, solche Aufopferung und Übergabe meines Willens, daß ich von ganzem Herzensgrund mit dir sagen lerne: Jsts möglich, Vater, so überhebe mich dieses Kelches; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst.
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Nun, Vater, es ist dir alles möglich, das glaube ich festiglich und bin gewiß, daß mich weder dies gegenwärtige Elend noch zukünftiges scheiden soll von deiner Liebe, die in Christo ist. Also geschehe dein vollkommener Wille an mir in Ewigkeit. Du wirst wohl machen! Amen. Gottfried Arnold.+ 1714.
In innerer Anfechtung.
Herr Chriſte, du treuer Hoherprieſter, der du verſuchet biſt allenthalben gleich wie wir, auf daß du helfen könntest denen, die versucht werden: ich hebe mein Herz, Augen und Hände auf zu dir, o du Anfänger und Vollender des Glaubens, der du dazu erschienen bist, daß du die Werke des Teufels zerstörest: auf dich traue ich, zu dir flehe ich, laß mich doch nimmermehr zu schanden werden, daß sich meine Feinde nicht über mich freuen. Denn ich habe nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deswillen so ziehe mir an den Harnisch Gottes und den Krebs der Gerechtigkeit und umgürte meine Lenden mit Wahrheit, daß ich Widerstand thun und bestehen könne gegen die listigen Anläufe des Teufels, und alles wohl ausrichten und das Feld behalten möge. Vor allen Dingen aber rüste mich mit dem Schild des Glaubens, mit welchem ich auslöschen kann alle feurige Pfeile des Bösewichts, und setze mir auf den Helm des Heils und gieb mir das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes, damit ich alle Streiche der gefährlichen Gedanken, so mir der Satan eingiebt, abwehren könne. Denn unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwindet.
Laß mich keine Versuchung, kein Kreuz, Angst, Traurigkeit oder Anfechtung von deinem Wort und seligmachenden Glauben abtreiben; sondern verleihe mir Beständigkeit, daß ich sowohl am bösen als am guten Tage dir beharrlich diene, dich fürchte und liebe, dir vertraue, deinen Namen inbrünstiglich anrufe und dein Wort
vor aller Welt freudig bekenne. Am guten Tage aber, wenn es


