Am 12. und 13. Sonntage nach Trinitatis.
leben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jacobo, barnach von allen Aposteln. Am letzten nach Allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worben. Denn ich bin der Geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeinde Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnabe an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich babe viel mehr gearbeitet, denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist.
Evang. am 12. Sonnt. n. Trinit.,
Marcus 7, v. 31-37.
nd da er wieder ausgieng von den
an das Galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehen Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der ftumm war, und sie baten ihn, daß er bie Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volfe besonders, und legte ihm die Finger in die Ohren, und spüzete und rührete seine Zunge, und sah auf gen Himmel, seufzete, und sprach zu ihm: Hephata! das ist, thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los und redete recht. Und er verbot ihnen, fie sollten es niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten, und verwunderten sich über die Maaße und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend.
Epistel, 2. Cor. 3, b. 4-9. in solch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott, welcher uns auch tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist machet lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben
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tödtet, und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Mose, um der Klarheit willen feines Angesichts, die doch aufhöret: wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammniß prediget, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschwengliche Klarheit.
Evang. am 13. Sonnt. n. Trinit.,
Luc. 10, v. 23-37.
Und er wandte fich zu seinen Jüngern
und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viel Propheten und
und habens nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und habens nicht gehöret. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und ssprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liefest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott deinen Herrn lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Ge müthe, und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: du haft recht geantwortet. Thue das, fo wirst du leben. Er aber wollte ftoh selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesn: Wer ist denn mein Nächster? Da ant. wortete Jesus, und sprach: Es war ein Mensch, der gieng von Jerusalem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörs der, die zogen ihn aus, und schlugen ihn und giengen davon, und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohugefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinabzog, und da er ihn sahe, gieng er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte, und sahe ihn, gieng er vorliber. Ein Samariter aber reisete und kam bahin, und da er ihn sahe, jammerte ihn sein, gieng zu ihm, verband ihm seine Wunden und goß darein Del und Wein,


