Benjamin Schmolkens
Leben, dir auch wohl befohlen sein. Hilf, daß ich an alles denk, was ich heut von dir empfangen, alle Sünden wohl bereu, die ich diesen Tag begangen. Hab ich heut im Thun und Reden mir zum Schaden was gemacht, ei, so bringe du zurechte, was ich unrecht angebracht. Decke mich in dieser Nacht mit dem Schatten deiner Güte, daß mich deiner Hände Schutz und der Engel Wacht behüte. Gib mir fröhliche Gedanken, wenn ich in mein Bette geh, daß ich ungehindert ruhe, und gesünder aufersteh. Sei bei mir, wenn ich allein; führe mich auf finstern Wegen: Tröste mich in aller Furcht: schlaf ich, wache du dagegen: Wach ich, laß an dich mich denken, warne mich vor der Gefahr. Wecke mich auch morgen frühe, wenn die Arbeit wieder da. Gib ein fröhliches Gemüth und gesunde Leibeskräfte; wenn ich aus dem Bette geh, laß mich die Berufsgeschäfte, mein Gebete vor mich nehmen, frist auch meine Lebenszeit, dir zu Ehren, mit zum Besten und des Nächsten Nußbarkeit. Doch weil auch mein Leben sich endlich muß zum Ende lenken, und ich keine Stunde weiß, ach so laß mich wohl bedenken, wenn ich mich zur Ruhe lege, daß der Tod stets um mich geh, daß der Sarg bei meinem Bette täglich in Gedanken steh. Ja, wenn gar in dieser Nacht mich mein Ende treffen sollte, oder auch dein jüngster Tag mich zur Rechnung rufen wollte, o so sei mir, Herr, gnädig, nimm mich in den Himmel ein; laß den letzten Blick auf Erden dort bei dir den ersten sein.
14
Fürbitte.
Herr, du Hüter Israel! welchem aller Schlaf


