Benjamin Schmolkens
hast du mir den Tag gegeben. Du hast mein Gemüth regiert und erhieltest mir das Leben; du erleuchteteſt die Augen, gabst dem Leibe Speis und Trank, meinen Gliedern die Gesundheit, meiner Arbeit ihren Gang. Und jetzunde, da der Tag von der Nacht hat weichen müssen, läßt du fröhlich und gesund mich die müden Augen schließen, daß ich ruhig und mit Freuden in mein Bette gehen kann, schreib ich alles deiner Güte mit verbundnem Herzen an; es ist alles gut, mein Gott, wenn ich Böses gleich empfangen, oder nicht nach meinem Wunsch alles wäre wohl ergangen: Hab ichs ärger doch verdient, würd auch übel um mich stehen, wenn du mir es nicht gelinder oder besser lassen gehen. O du langmüthiger Gott; du hast mich so wohl erlesen, da ich doch nicht allemal deiner eingedenk gewesen. Manches hab ich nicht gebeten, und du hast mirs doch verliehen. Defters hab ich dich betrübet, und du hast mirs doch verziehen. Nun für dieß und alles das ſei gelobet und gepriesen: Was du mir, den Meinigen, und sonst andern hast erwiesen: Was du Böses abgewendet, was du Gutes hast gethan, dieses nehm ich hier und dorten ewiglich mit Danken an.
Bitte.
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Vater der Barmherzigkeit, ach, vergib um Jesu willen, was ich heute diesen Tag, wider Wissen, wider Willen, öffentlich sowohl, als heimlich, gegen dein Gebot gethan, siehe mich in Christi Wunden mit Genaden- Augen an. Decke meine Sünden zu, wo das Gute unterblieben, wo was Böses ich gedacht, bald geredet, bald getrieben, wider dich und


