Benjamin Schmolkens
kein Mensch auf diesen Tag weder zeitlich hie noch ewig sein Verderben finden mag. Laß in aller Christenheit dir mit Ernst und Eifer dienen. Laß in allem Regiment Rath und That zum Frieden grünen. Laß in allen andern Häusern etwas Nüßliches gedeihn, und den Tag bei allen heilig, dir allein zu Ehren sein. Hör die Frommen, welche dir jetzt ein Morgenopfer schenken; den Boshaftigen verzeih, die an kein Gebete denken, sondern in den Tag hinleben, ohne Furcht und ohne Scheu, als ob ihnen nur zur Sünde Licht und Zeit geschaffen sei. Führe wohl die Reisenden die jetzt auf die Straße müssen, Sorge für die Dürftigen, die noch keine Speise wissen: Gib Gelegenheit zur Arbeit, dem, der was verdienen will. Seg auch- einer jeden Plage ihr bestimmtes Maß und Ziel. Laß getreulich Jedermann sein befohlnes Werk vollbringen; was er thun und schaffen will, das las alles wohl gelingen. Nimm diejenigen in Obacht, derer Arbeit voll Gefahr, und stell endlich auch den Müden nach der Last Erquickung dar: Endlich, Herr, befehl ich auch alle Menschen deiner Güte, Eltern, Geschwister( Weib und Kinder) und wer sonst an Geblüt und an Gemüthe mir verwandt und auch verbunben, so bekannt, als unbekannt, auch die Feinde mit den Freunden nimm in deine Gnadenhand; Leite sie nach deinem Rath, die sich heut zu dir gesellen; stehe mir und ihnen bei, daß uns nichts vermag zu fällen. Alle deine Creaturen laß in deinem Schutze sein, und so bitt ich nur noch dieses: Sprich ein gnädiges Amen drein.
10


