Druckschrift 
Gesangbuch für Evangelische Gemeinden Schlesiens : nach den Beschlüssen der Provinzial-Synode vom Jahre 1878 mit Genehmigung des Ev. Ober-Kirchenraths / hrsg. vom Kgl. Consistorium. [Nebst] Anhang
Entstehung
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Fünftes Hauptstück.

Zum Undern: Was giebt oder nützet und wiederum täglich herauskom­

die Taufe?

men und auferstehn ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe.

Sie wirket Vergebung der Sün­den, erlöset vom Tode und Teufel, und giebt die ewige Seligkeit Allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißungen Gottes lauten.

Welche find solche Worte und Vers heißungen Gottes?

Da unser HErr Christus spricht, Marci am letzten: Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig; wer aber nicht glaubet, der wird

verdammt.

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Zum Vierten: Was bedeutet denn solch Wassertaufen?

Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäuft werden und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten,

Wo stehet das geschrieben? Sankt Paulus zu den Römern am sechsten spricht: Wir sind sammt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist von den Todten aufs erwecket durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln.

Fünftes Hauptflück.

Von der Beichte und dem Amt der Schlüffel.

Zum Dritten: Wie kann Wasser solche große Dinge thun?

Wasser thut's freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so

beichten.

mit und bei dem Wasser ist, und Wie man die Einfältigen soll lehren der Glaube, so solchem Wort Gottes im Wasser trauet. Denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht Wasser und keine Taufe; aber mit dem Wort Gottes ist es eine Taufe, das ist ein gnadenreich Wasser des Lebens, und ein Bad der neuen Geburt im heiligen Geist; wie Sanft Paulus saget zu Tito im dritten Kapitel: Gott macht uns selig durch das Bad der Wieder­geburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich, durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf daß Vor Gott soll man aller Sün­wir durch desselben Gnade gerecht den sich schuldig geben, auch die und Erben seien des ewigen Lebens, wir nicht erkennen, wie wir im nach der Hoffnung. Das ist ge­wißlich wahr.

Welche Sünden soll man denn beichten?

Vater Unser thun. Aber vor dem Beichtiger sollen wir allein die Sünden bekennen, die wir wissen und fühlen im Herzen.

Haddan

Was ist die Beichte P

Die Beichte begreift zwei Stücke in sich: Eins, daß man die Sünde bekenne; das Andere, daß man die Absolution oder Vergebung vom Beichtiger empfahe, als von Gott selbst, und ja nicht daran zweifele, sondern fest glaube, die Sünden seien dadurch vergeben vor Gott im Himmel.

Welche find die?

Da siehe deinen Stand an nach den zehn Geboten, ob du Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau,