Druckschrift 
Gesangbuch für Evangelische Gemeinden Schlesiens : nach den Beschlüssen der Provinzial-Synode vom Jahre 1878 mit Genehmigung des Ev. Ober-Kirchenraths / hrsg. vom Kgl. Consistorium. [Nebst] Anhang
Entstehung
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Erstes Hauptstück.

Was ist das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir teusch und züchtig leben in Worten und Werken, und ein Jeglicher sein Gemahl liebe und ehre.

Das fiebente Gebot. Du sollst nicht stehlen.

Was ist das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsers Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit falscher Waare oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten.

Das achte Gebot.

Du sollst nicht falsch Zeugniß reden wider deinen Nächsten.

Was ist das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verrathen, afterreden oder bösen Leumund bösen Leumund machen, sondern sollen ihn entschul­digen und Gutes von ihm reden, und Alles zum Besten kehren.

Das neunte Gebot.

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

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Was ist das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesinde oder Vieh abspannen, abdringen oder abs wendig machen, sondern dieselben anhalten, daß sie bleiben und thun, was sie schuldig sind.

Das zehnte Gebot.

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Vieh, oder Alles, was sein ist.

Was saget nun Gott von diesen Geboten allen?

Er saget also: Ich der HErr, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der Väter heimsucht an den Kindern bis in's dritte und vierte Glied; aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, thue ich wohl in's tausendste Glied.

Was ist das?

Gott dräuet zu strafen Alle, die diese Gebote übertreten; darum sollen wir uns fürchten vor seinem Born und nicht wider solche Ge bote thun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute Allen, die solche Gebote halten; darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen, und gerne thun nach seinen Ges boten.

Was ist das?

Sweites Sauptflück.

Der driftliche Blaube,

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen und mit einem wie ein Hausvater denselbigen seinen Schein des Rechtes an uns brin- Kindern und Gesinde auf's ein­gen, sondern ihm, dasselbe zu be- fältigste vorhalten soll. halten, förderlich und dienstlich sein.

Der erste Artifel.

Von der Schöpfung.

Ich glaube an Gott, den Vater, Magd, allmächtigen Schöpfer Himmels und

der Erden.

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