Zum hl. Antonius, dem Einsiedler 50. 347
2. Jn jener trauervollen Zeit,* Da die verfolgte Christenheit* Den ungewissen Aufenthalt In Höhlen suchte und im Wald:* Da folgtest du dem Beispiel bald.
3. Du suchtest still und unbekannt* Jm fandigen Aegyptenland* Dir eine ferne Wohnung aus;* In einer dichten Wildniß Graus* Ward eine Höhl' dein düstres Haus. * Und
4. Hier lebtest von der Welt du fern, Jesus Christus war der Stern,* Bei dessen Licht du sahst den Dunst* Der Eitelkeit, der Menschengunst,* Und niedrer Lüste wilde Brunst.
5. Zwar strebte der Versuchung Macht,* Die ängstlich quält und reizend lacht,* Dich von der Tugend abzuziehn;* Doch mit Verachtung sahst du hin,* Bewachtest den geheimsten Sinn.
6. Gott hatte dich mit Kraft gestärkt,* Ließ dein Bemühn nicht unbemerkt, Sah liebevoll auf dich herab,* Und deines Glaubens ehrner Stab* Wies alle Kunst der Hölle ab.
7. Obwohl von Sünden rein und frei,* Legst du doch keinen Werth dir bei,* Und gleich dem größten Sünder war,* Dein Leben stets und immerdar* Ein Opfer an dem Bußaltar.
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8. Fast hundert Jahre brachtest du Jm Geist der strengen Buße zu.* O Gott! wie wird es uns ergehn,* Wie werden wir vor Dir bestehn?
9. Antonius! verweile nicht,* Und mildre uns des Herrn Gericht;* Gott sieht auf deines Lebens Werth,* Du bist ihm nah, und Er erhört Der Christen Flehn, durch dich begehrt.
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