I. Unterricht über den Jubiläums- Ablaß.
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wissen vor Ihn hintritt. Bevor ihr also daran denket, Seelen aus den Qualen des Fegfeuers zu befreien, beginnet damit, die eurige aus der Hölle zu befreien."
Hat ein Christ blos läßliche Sünden auf sich, so ist er als lebendiges Glied der Gemeinschaft der Heiliger fähig, Ablässe zu gewinnen, aber er kann nur für die zeitlichen Strafen jener Sünden Nachlaß erlangen, für die er bereits Vergebung erlangt hat. Daher pflegt auch die Kirche nur den wahrhaft Reuigen und durch die Beicht mit Gott Ausgeföhnten" Ablässe zu verleihen.
Um einen vollkommenen Ablaß in seinem ganzen Umfange zu gewinnen, muß man auch von jeder freiwilligen Zuneigung zu einer Sünde, auch einer bloß läßlichen, befreit sein. Nur in dem Maße und in dem Verhältnisse," sagt Bourdaloue, wie wir die Beleidigung Gottes verabscheuen, läßt Er von seiner gerechten Forderung und Strafe ab."
b) Zur Gewinnung eines Ablasses wird die Meinung erfordert, ihn gewinnen zu wollen. Durch diese Meinung werden die vorgeschriebenen Bedingungen auf den Zweck hingerichtet, welchen die Kirche bei der Bewilligung des Ablasses im Auge hatte.
Der heilige Leonhard von Porto Mau


