I. Unterricht über den Jubiläums- Ablaß. 5
welche richtigen Ansichten huldigen, lassen sich durch falsche Scham zurück halten und wagen nicht, das, was sie denken, freimüthig zu bekennen, und noch viel weniger, es auszuführen. Mehr und mehr dringt der Einfluß höchst schlechter Beispiele in die Sitten des Volkes ein; ehrlose, früher schon von Uns gekennzeichnete Gesellschaften, sehr erfahren in den schändlichsten Kunstgriffen, machen sich an das Volk heran und geben sich alle Mühe, dasselbe Gott, der Heiligkeit der Pflichten und dem christlichen Glauben zu entfremden.
,, Angesichts so vieler Ulebel, welche je länger desto schlimmer werden, dürfen Wir kein Mittel unversucht lassen, das einige Hoffnung auf Bes serung gewährt. In dieser Absicht und in dieser Hoffnung wollen Wir ein heiliges Jubiläum ankündigen, indem Wir alle, denen ihr Heil am Herzen liegt, ermahnen und auffordern, sich ein wenig zu sammeln und ihren auf das Irdische gerichteten Sinn zu höheren Dingen zu erheben. Es wird dies nicht allein für die einzelnen, sondern auch für die Staaten heilsam sein; denn je größere Fortschritte die einzelnen in der Vollkommenheit machen, desto mehr muß die Ehrenhaftigkeit und Tugend im öffentlichen Leben und in den öffentlichen Sitten wachsen."


