Druckschrift 
Häusliches Erbauungsbuch, enthaltend Morgen- und Abendgebete auf zwölf Wochen sowie Gebete für Fest- und Feiertage, Beichte und Abendmahl und für besondere Fälle des Lebens in Freud und Leid / von Roos, Storr, Arnold, Bengel, Bogatzky u.a.
Entstehung
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Kurze Anleitung

zum rechten Gebrauch dieses Gebetbuchs in Fragen und Antworten.

1. Frage. Was heißt beten?

Antwort: Beten heißt weder lesen in der Bibel, im Gebet-, Gesang- und Predigtbuch, noch aufsagen von Sprüchen und Liedern, wie es von Kindern in der Schule geschieht, ohne Anwendung auf die besonderen Verhältnisse des Beten­den, sondern beten heißt: mit Gott reden und also das Ver­langen des Herzens vor ihm kund werden lassen in Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung, was entweder innerlich im Herzen allein, ohne äußere Worte, oder mit ausgesprochenen Worten geschehen kann.

2. Frage. Was sagt Luther über das Gebet? Antwort: Beten ist das rechte Handwerk eines Christen. Beten ist das allerschwerste Wert, darum ist es auch so selten. Es ist fast zu besorgen, mancher Mensch gehe mitten in der christlichen Kirche durch die Welt und bete kein einzigesmal in seinem ganzen Leben, ob er schon auch dergleichen thut und gewissermaßen andächtig ist. Wenn es einem nur darum zu thun ist, daß er mit dem Gebet fertig sein möge, wenn er sich nicht darum bekümmert, ob er etwas bekomme oder nicht, so ist Gott dem Herrn nicht damit gedient und der Mensch ist nicht gebessert. Beten heißt: ernste Gedanken haben, womit das Herz zusammenbringt und vergleicht die Person deß, der da betet, und deß, der da erhöret, und gewiß schließet, daß, ob wir wohl arme Sünder seien, wir doch einen gnädigen Gott haben, der sich über uns erbarmen, die Strafe lindern und unser Gebet erhören wolle.

Erbauungsbuch.