Bemerkungen über die kirchliche Psalmodie.
c. Bei den Cadenzen hingegen erleidet die Regel folgende drei Ausnahmen:
I. Eine Nebenfilbe, welche der vorletzten Hauptsilbe nachfolgt, wird auf die Note der vorhergehenden Silbe gesungen, wenn diese nur eine Note, die letzte Hauptsilbe aber ihrer zwei oder mehrere hat; z. B.:
Tonus III.
Finalis 1.
Tonus 1.
Finalis 5.
28
Yell
laudáte no- men Dó- mi- ni.
in sáe- cu- lum sáe- cu- li.
Hat aber die vorletzte Hauptsilbe zwei oder mehrere Noten, so bleibt die allgemeine Regel in Kraft; z. B.:
Tonus I.
Finalis 1.
véritas, et ju- dí- ci- um.
II. Findet sich vor einer betonten Hauptsilbe als Nebensilbe ein einsilbiges Wort oder eine andere Silbe im selben Worte, so wird dieselbe auf die Note der vorhergehenden Hauptsilbe gesungen; z. B.:
Tonus VII. Mediatio.
Tonus VII. Finalis 1.
Mare vi
dit
et fu- git:* peccató- rum tu- ó rum. III. Steht eine Nebensilbe vor einem einsilbigen Worte( increpabit me), oder vor der letzten Silbe eines unbeugbaren hebräischen Wortes ( Israël), so wird sie auf die Note der vorhergehenden Hauptsilbe gesungen, falls das einsilbige Wort oder die Endsilbe des hebräischen Wortes eine höhere Note hat; z. B.:
Tonus III. Mediatio.
Tonus VII. Finalis 4.
et in
cre- pá bit me:
su- a I- sra- ël.
Damit der Psalmengesang gleichförmig ausfalle, ist drittens nothwendig, daß außer der kleinen Pause, welche am Ende der Mediatio vor dem Sternchen eintritt, alle nur da noch absetzen, wo dies durch ein sentrechtes Strichlein angegeben ist; Kommata 2c. werden also nicht berücksichtigt.
-
-
Die Recitation der Psalmen sei im ganzen würdevoll und leicht, weder eilend noch schleppend, und halte sich genau an die Gesetze der Sprache, den Wortaccent 2c. Das Initium muß jedesmal feierlich und langsam vorgetragen werden. Die beiden Cadenzen singe man deutlich, und bei jeder derselben halte man die vorletzte Hauptsilbe etwas länger aus, damit alle Sänger sich wieder zusammenfinden und vereint schließen.


