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Evangelisch-lutherisches Gesangbuch der Hannoverschen Landeskirche : [nebst] Gebete [und] Lektionar
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Bußtag vor Weihnacht.

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und sprachen zu ihm: Meister, was sollen wir denn thun? Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, denn gesetzt ist. Da fragten ihn auch die Kriegs­Leute, und sprachen: Was sollen denn wir thun? Und er sprach zu ihnen: Thut niemand Gewalt noch Unrecht, und lasset euch begnügen an eurem Solde. Als aber das Volk im Wahn war, und dachten alle in ihrem Herzen von Johanne, ob er vielleicht Christus wäre; antwortete Johannes und sprach zu ihnen: Ich taufe euch mit Wasser, es kommt aber ein Stärkerer nach mir, dem ich nicht genugsam bin, daß ich die Riemen seiner Schuhe auflöse; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen; in desselbigen Hand ist die Wurfschaufel, und er wird seine Tenne fegen, und wird den Weizen in seine Scheuer sammeln, und die Spreu wird er mit ewigem Feuer verbrennen.

Nachmittags.

Lektion aus dem Alten Testamente. Hosea 11, 1-9.( Mein Volk ist müde sich zu mir zu kehren.)

nun

Da Israel jung war, hatte ich ihn lieb, und rief ihm, meinem Sohn, aus Ägypten. Aber wenn man ihnen jetzt ruft, so wenden sie sich davon, und opfern den Baalim, und räuchern den Bildern. Ich nahm Ephraim bei seinen Armen, und leitete ihn; aber sie merktens nicht, wie ich ihnen half. Ich ließ sie ein menschlich Joch ziehen, und in Seilen der Liebe gehen, und half ihnen das Joch an ihrem Halse tragen, und gab ihnen Futter, daß er sich ja nicht wieder sollte in Ägyptenland kehren. So Assur ihr König worden; denn sie wollen sich nicht bekehren. Darum soll das Schwert über ihre Städte kommen, und soll ihre Riegel aufreiben und fressen, um ihres Vornehmens willen. Mein Volk ist müde, sich zu mir zu kehren; und wie man ihnen prediget, so richtet sich keiner auf. Was soll ich aus dir machen, Ephraim? Soll ich dich schützen, Israel? Soll ich nicht billig ein Adama aus dir machen, und dich wie Zeboim zurichten? Aber mein Herz ist anderes Sinnes, meine Barmherzigkeit ist zu brünstig, daß ich nicht thun will nach meinem grimmigen 3orn, noch mich kehren, Ephraim gar zu verderben; denn ich bin Gott und nicht ein Mensch, und bin der Heilige unter dir; ich will aber nicht in die Stadt kommen.

Lektion aus dem Neuen Testamente. 1. Theff. 2, 10-16.( Daß ihr würdiglich wandelt vor Gott.)

Des seid ihr Zeugen, und Gott, wie heilig, und gerecht, und unsträf­lich wir bei euch, die ihr gläubig waret, gewesen sind. Wie ihr denn wisset, daß wir, als ein Vater seine Kinder, einen jeglichen unter euch ermahnet und getröstet, und bezeuget haben, daß ihr wandeln solltet würdiglich vor Gott, der euch berufen hat zu seinem Reich und zu seiner Herrlichkeit. Darum auch wir ohn Unterlaß Gott danken, daß ihr, da ihr empfinget von uns das Wort göttlicher Predigt, nahmet ihrs auf, nicht als Menschenwort, son­dern( wie es wahrhaftig ist) als Gottes Wort; welcher auch wirket in euch, die ihr glaubet. Denn ihr seid Nachfolger worden, lieben Brüder, der Ge­meinen Gottes in Judäa, in Christo Jesu, daß ihr eben dasselbige erlitten habt von euren Blutsfreunden, das jene von den Juden; welche auch den HErrn Jesum getötet haben und ihre eigenen Propheten, und haben uns verfolget, und gefallen Gott nicht, und sind allen Menschen wider; wehren uns zu sagen den Heiden, damit sie selig würden, auf daß sie ihre Sünden erfüllen allewege; denn der Zorn ist schon endlich über sie kommen.