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Gesangbuch für die Evangelische Kirche im Großherzogtum Hessen : [nebst] Gebete zur häuslichen Andacht [und] Episteln und Evangelien auf die Sonn- und Festtage des Kirchenjahres
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Episteln

nicht von uns. Wir haben allenthalben Trübfal, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir ver­zagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. Und tragen um allezeit das Sterben des Herrn Jesu an unserm Leibe, auf daß auch das Leben des Herrn Jesu an unserm Leibe offenbar werde.

Evangelium, Luc. 22, v. 24-30.

Es erhob sich aber ein Zant unter den Jüngern, welcher unter ihnen sollte für den größten gehalten werden? Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen und die Gewaltigen heißet man gnädige Herren. Ihr aber nicht also; sondern der Größeste unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Vornehmste wie ein Diener. Denn welcher ist der Größeste, der zu Tische sitet, oder der da dienet? Ift's nicht also, daß der zu Tische fizet? Ich aber bin unter euch wie ein Diener. Ihr aber seid es, die ihr beharret habt bei mir in meinen Anfechtungen. Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mir es mein Vater beschieden hat, daß ihr essen und trinken sollt über meinem Tische in meinem Reich, und sizzen auf Stühlen und richten die zwölf Geschlechter Israel.

Am Tage St. Matthäi.

Epistel, 1. Cor. 12, b. 4-11.

Es find mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geist. Und es sind mancherlei Ämter, aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist Ein Gott, der da wirket alles in allem. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes, zum gemeinen Nutzen. Einem wird ge­geben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben zu reden von der Erkenntnis, nach demselbigen Geist; einem andern der Glaube, in demselbi­gen Geist; einem andern die Gabe gefund zu machen, in demselbigen Geist; einem andern Wunder zu thun; einem andern Weissagung; einem andern Geister zu unter­scheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem andern die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirket der­