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Gesangbuch für die Evangelische Kirche im Großherzogtum Hessen : [nebst] Gebete zur häuslichen Andacht [und] Episteln und Evangelien auf die Sonn- und Festtage des Kirchenjahres
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und Evangelien.

Am XXVII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2. Petri 3, v. 3-14.]

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Lieben Brüder, wiſſet das aufs erste, daß in den letzten werden die ihren eigenen Lüsten wandeln, und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Zukunft? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibet es alles, wie es von Anfang der Kreatur gewesen ist. Aber Mutwillens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vor Zeiten auch war, dazu die Erde aus Wasser, und im Wasser bestanden durch Gottes Wort. Dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sündflut verderbet. Also auch der Himmel jekund und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts und der Verdammnis der gott­losen Menschen. Eines aber sei euch unverhalten, ihr Lieben, daß ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie ein Tag. Der Herr verziehet nicht die Verheißung, wie es etliche für einen Verzug achten, sondern er hat Geduld mit uns, und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße bekehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht, in welchem die Himmel zer­gehen werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Hiße zerschmelzen, und die Erde, und die Werke, die darinnen sind, werden verbrennen. So nun das alles soll zergehen, wie sollt ihr dann geschickt sein mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen, und die Ele­mente vor Hitze zerschmelzen werden. Wir warten aber eines neuen Himmels, und einer neuen Erde, nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Darum, meine Lieben, diewei ihr darauf warten sollet, so thut Fleiß, daß ihr vor ihm unbefleckt und unsträflich im Frieden erfunden werdet.

Evangelium, Matth. 8, v. 23-27.

Siehe das Evangelium am vierten Sonntage nach der Erscheinung Christi. Seite 18.