VI. Gebete für Feste und Wochengottesdienste der Kirche. 69 erhalte den Heilsbrunnen der allein seligmachenden Lehre in Fried und Ruhe bei uns und unsern Kindern, daß die Stadt Gottes fein luftig bleibe mit ihren Brünnlein. Erwecke auch bei uns allen wahre Gottseligkeit, daß wir behalten, was wir haben, und unsern Schatz nicht durch Undank verscherzen, sondern recht evangelisch, desselben würdig leben und dort dich ewigen Gott, Vater, Sohn und heiligen Geist, loben und preisen mögen in alle Ewigkeit. Amen.
Am Tage der Hagelfeier siehe Gebet 33.
Am Erntedankfeste siehe Gebet 37. 87. Am Bußtage.
Barmherziger, ewiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, du Herr Himmels und der Erde, wir armen, elenden Sünder bekennen vor deinem allerheiligsten Angesichte, daß wir leider mit unsern Vätern gesündigt, daß wir mißgehandelt und gottlos gewesen mit unsern vielfältigen schweren Sünden, auch deinen gerechten Born und allerlei Strafen, ja den endlichen Untergang wohl verdient haben.
Solche unsre begangenen Sünden reuen uns von Herzen, und dieweil du unser aller Vater und liebreicher Gott bist, der du dich also erklärt haft: So wahr als ich lebe, ich habe keinen Gefallen am Tode des Gottlosen, so fliehen wir zu deiner inbrünstigen und herzlichen Barmherzigkeit, demütig bittend, du wolleft aller unserer Übertretung nicht gedenken, sondern vielmehr eingedenk sein deiner grundlosen Güte und Barmherzigkeit. Ach Vater und Herr, strafe uns nicht in deinem Zorn, züchtige uns nicht in deinem Grimm. Ach Herr, sei uns gnädig, verstoße uns nicht von deinem Angesicht und laß es nicht mit uns gar aus sein. Erweise uns deine wunderliche Güte, du Heiland derer, die auf dich hoffen, und laß unser Angesicht nicht zu schanden werden. Ach Herr, Gott Zebaoth, sei du unser Gott, mache dich auf zu richten und hilf allen Elenden und Bedrängten auf Erden, zerbrich die Pfeile aller Feinde deines allerheiligsten Wortes und Namens, laß ihre Hände sinken, laß sie beschließen einen Rat und nichts daraus werden, und zerstreue die Völker, die da gerne triegen. Gestatte ja nicht, o treuer Vater, daß dein Weinberg, den du unter uns gepflanzt hast, verwüstet werde. Stehe auf. Herr, und hilf uns mit deiner starken Hand und allmächtigen Arm, tu wohl diesen und allen andern Landen, in welchen du mit deinem Worte deine Wohnung haft. O lieber Herr und Gott, sei und bleibe du bei und unter uns, stärke und erweitre dein Reich, das du aufgerichtet haft, denn es ist dein Werk. Erhalte uns und unsre Nachkommen bei reiner, gesunder Lehre und bei gewünschtem


