Druckschrift 
Vollständiges Christkatholisches Gebethbuch / von Michael Hauber, Erzbischöfl. geistl. Rathe, Hofpreidiger und Hofkaplan. Mit Bewilligung des Fürsterzbischöfl. Ordinariates Wien, der hochw. General-Vicariate der Erzbisthümer München-Freysing u. Bamberg, und der Bisthümer Augsburg [usw.]
Entstehung
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I. Abschnitt.

Fasse mich in deine Arme als dein liebes Kind, und gieb mir deine Gnade, daß auch ich Dich innig umfaffe mit den Armen des Glaubens und der vertrauenden Liebe.

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O Gott! heiliger Geist! laß mich einhergehen und wan­deln in deiner Kraft. Dein heiliger Engel, den Du mir zum Schuße gegeben hast, leite mich durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen,

Lieber Vater! ich lobe und preise Dich für diese Nacht, die Du mich haft überleben lassen, und danke Dir für die­sen Tag, den mir deine Güte wieder geschenket hat.

Laß das rechte göttliche Leben, das aus Dir ist, durch die Gnade des heiligen Geistes in mir neu werden, damit nicht ich lebe, sondern Christus in mir. Laß mich im Glau­ben des Sohnes Gottes stets erneuert werden, damit ich als eine Pflanze der Gerechtigkeit grüne, blühe, und lebendige Früchte trage, die Dir wohlgefällig, und meinem Näch­sien nüßlich und beilsam sind.

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Ich übergebe mich Dir auf's Neue, mein Vater! mache mit mir, was Dir wohlgefällt; reinige, heilige und bewahre mich, daß ich ein rechtschaffener Christ werde, und ein leben­diges Mitglied der heiligen Kirche Gottes, über welcher Frie­de und Barmberzigkeit waltet. Ich begehre keine andere Ehre, als deine Kindschaft; keinen andern Reichthum als die Gerechtigkeit Jesu Christi; keine andere Wonne und Lust, als die gnadenreiche Inwoh­nung des heiligen Geistes. Auch für mein Leib­liches wirst Du sorgen. Denn Du hast gesagt: Ich will dich nicht als Waise lassen, noch versäumen.

Eifrig und standhaft will ich aber auch mit deiner våter­lichen Gnade mitwirken. Von ganzem Herzen will ich den Müßiggang als den Anfang aller Lafter verabscheuen und fliehen; freudig und aus Liebe zu Dir will ich die Arbeiten und Geschäfte verrichten, die Du mir heute anweisest; und wenn Ungeduld, Verzagtheit oder Unzufriedenheit mit mei nem Stande meine Seele beunruhigen sollte, so will ich mit kindlicher Ergebung zu Dir, o himmlischer Bater! auf­blicken, meinen Willen mit dem deinigen vereinigen, alle Mühe und Arbeit Dir aufopfern, und mich auf den gro ßen Feyerabend freuen, an welchem ich in die Freude