26
Du bist die Gnade, bist die Huld, Trägst unsere Schwachheit mit Geduld, O Huld, die Niemand fassen kann, Wir beten an! wir beten an!
Wenn ich zurückschaue auf die große Vergangenheit der Zeiten hinter mir, auf die Ewigkeiten, da noch kein Erdball war und keine Sonne schien, kein Mondstrahl in unsere Nacht fiel; dann seit der Schöpfung dieser Welt, auf die verflossenen Jahrtausende derselben, auf die nun seit Jahrtausenden nicht mehr vorhandenen Reiche und Nationen; sehe, wie diese Erde gleichsam ein ungeheures Grab alles Gebornen ist seit Tausenden von Jahren, und wie der Staub, der meinen Fuß umweht, der Staub der Verwesung einer lebendigen Vorwelt ist; wenn ich denke an meine Vorfahren seit Jahrhunderten, von denen, mir die Geschichten meiner Heimat erzählen, und dann, als dieß alles war und geschah, und daß ich nicht war; und frage: wo war ich? wie konnte ich werden aus nichts und die Welt Gottes sehen?- dann auf meine Kinderjahre und auf die dunkelsten und frühesten Erinnerungen aus ihnen sehe, wie ich unmerklich mit dem Bewußtsein hervorging, wie ein Lichtfunke aus der Nacht; dann stehe ich schaudernd vor dem Näthsel meines Daseins. Ich möchte empor zum Schöpfer
-
Univ.- Bibl. Giessen


