654
Gebet, ehe das Kind zur hl. Taufe gelangt.
2. Dir leb' ich, weil ich leb', Denn du haft mir mein Leben Sammt deinem Segenssirom Aus großer Güt' gegeben; Dir leb' ich, Seelenfreund! Dir leb' ich nur allein, Mein Herz, die Seele, soll, Herr! deine Wohnung sein.
3. Herr Jesu! gieb mir auch In dieser Nacht den Segen, Ach! decke du mich zu, Ich will zur Ruh' mich legen; Herr Jesu! bleib' bei mir, Ach! siehe, es wird Nacht; Hab' auf mein'n Leib und Seel', Mein Helland! all'zeit Acht.
4. Dir sterb' ich williglich, Wenn ich dereinst soll sterben, Denn du hast mich gemacht Zu deinem Himmels- Erben; Dir sterb' ich jeden Tag, Und sterb' den Sünden ab, Im Sterben leb' ich dir, Weil ich dich, Jesu! hab'.
5. Dein bin ich Tag und Nacht, Des Tags wirst du mich leiten, Ach! weich' des Nachts auch nicht, Mein Gott! von meiner Seiten; Dein bin ich allezeit, Gesund, krank und betrübt, Ich weiß in jedem Stand, Daß mich mein Heiland liebt.
6 Amen, erhöre mich, Und laß mich süße schlafen, Wend alles Unglück ab, Durch deiner Engel Waffen. Amen, nimm auf dein Kind, Mit Jesu schlaf' ich ein, Mein Jesus soll im Schlaf In meinem Herzen sein.
Die Wöchnerin trägt Gott im Gebet ihr Kind vor und nach der Taufe vor.
Aufmunterung.
Wenn christliche Eltern mit einem Kinde beschenkt werden, so muß es nach der Geburt desselben ihre erste Aufgabe sein, daß sie dasselbe, sowie es die Verhältnisse nur immer gestatten, durch die heilige Taufe in den Christenbund aufnehmen lassen. Da aber die Taufe nicht allein ein Bund ist für dieses Leben, son dern für die ganze Ewigkeit, so wird eine fromme Mutter ihr Kind 1) vor der Taufe Gott demüthig vortragen, daß er es zur heiligen Taufe gelangen lassen


