Erinnerung und Trost zc.
Gesang.
Mel. Alle Menschen müssen sterben.
1. Ach Herr! was willst du mir geben? Weil ich ohne Kinder bin; Meine Zeit und auch mein Leben Geht in vielem Kummer hin, And're muß ich fröhlich sehen, und mit Kindern heiter gehen, Aber ich geh' ganz allein Und muß stets bekümmert sein.
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2. Warum thust du an mir minder, Ais an Andern, lieber Gott; And're haben viele Kinder, Die kaum haben täglich's Brod, Du giebst mir sonst großen Segen, Aber ach! mein Gott hingegen Giebst du mir nicht diese Gab', Die ich oft erbeten hab'.
3. Ich will nichts von dir erzwingen, Gieb mir ja kein Kind im Zorn, Es möcht mir sonst Jammer bringen, Und mir sein ein scharfer Dorn, Der mein Lebenlang mich stäche, Und mir mein Vergnügen bräche, Was mich martert, quält und sticht, Lieber Gott, das gieb mir nicht.
4. Soll ich keine Kinder haben, So soll meiner Liebe Trieb Sich allein in Jesu laben, Dem schenk' ich mein Herz und Lieb'; Jesu! deine Lieb' und Schöne Ist mir lieber als viel Söhne, Wenn ich Jesum bei mir hab', So hab' ich dich, größte Gab'.
5. Wer weiß, was mein Gott gedenket; Was er mir bestimmet hat, Wer weiß, was er mir noch schenket; Wer weiß, was mir seine Gnad' Zugedacht hat noch zu geben? Dwie froh werd' ich erheben Zu dem Helfer Herz und Mund, Wenn erscheint die Gnadenstund'!


