Winkler Mathias, Bote.
mand würde ihm Aufträge anvertrauen wollen; allein unser Mathias ließ sich nicht davon abbringen, den die Meinung hatte sich bei ihm festgesetzt, daß der Gedanke, ein Bote zu werden, ihm von der Mutter Gottes sei eingegeben worden. Er fing also seine Wanderungen nach der drei Stunden von seinem Orte entfernten Stadt Rattenberg an, und aus Neugierde gaben ihm die Leute gleich die gewöhnlichen Aufträge mit, und forschten ihm nach, ob er sie auch allein verrichte, wovon man sich indeß bald überzeugte, und von seiner Pünktlichkeit und Vorsicht immer mehr Proben erhielt. Schon nach Verlauf des ersten Jahres wurde er als der sicherste und verläßlichste Bote erkannt, als welchen er sich auch stets bewährte. So ging dieser blinde Mann mehr als 24 Jahr regelmäßig alle Wochen ganz allein, seinen Korb auf dem Rücken, in der Hand einen langen Stock, mit welchem er immer vorwärts stieß, nach Rattenberg, auf welchen Weg er fünf Dörfer zu passiren hatte, und legte in fünf, höchstens sechs Stunden denselben zurück. Dort besorgte er die verschiedenen Geschäfte, welche ihm aufgetragen wurden, kaufte allerlei Sachen ein, und zahlte überall den Geld
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