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Winkler Mathias, Bote.
Mathias Winkler, von dem hier die Rede geht, war der Sohn eines armen KohLenarbeiters, geboren im Jahre 1768 im Dörfchen Kapfing, Landgerichts Fügen im Zillerthal. Er verlor sein Augenlicht schon am dritten Tage nach seiner Geburt, weil in Folge einer Augenentzündung bei dem Kinde so viele schädliche Quacksalbereien angewendet wurden, daß ihm beide Augen ausflossen. Die Eltern waren arm, und hatten nach ihm noch fünf andere Kinder, konnten also, wie er heranwuchs, auf seine Erziehung nichts verwenden, daher er zum Bettelstabe schon bestimmt zu sein schien. Allein demungeachtet bettelte er niemals, sondern suchte sich immer selbst seinen Unterhalt zu erwerben. Sein natürlicher Abscheu vor dem Betteln gab ihm Mittel an die Hand, sich sein, langes Leben hindurch mit eigener Hilfe zu er nähren. Als er kaum das Jünglingsalter erreichte, fing er damit an, sich etwas zu verdienen, daß er in den zerstreuten Häusern seiner Gegend Brod zum Verkaufe umtrug, wobei er sich wochentlich mehrere Kreuzer erwarb, und dadurch gleichsam unbewußt zu ſeinem in spätern Jahren ergriffenen Geschäfte sich vorbereitete. Ferner übernahm er in der Kirche 14*


