Heil. Kassian, Bischof.
Als Kassianus, von Säben durch die Heiden vertrieben, nach Imola gekommen war, sah er, wie auch das Volk noch dem Gözzendienste fröhnte. Er seufzte im Herzen und faßte, geleitet durch Gottes Geist, den Entschluß, auch in dieser Stadt den wahren Glauben anzupflanzen. Aber wie wollte er dieses bewerkstelligen? Sollte er öffentlich als Glaubensprediger auftreten? Allein er übersah die Hindernisse, die ihm diesfalls im Wege standen; er sah die Verfolgung vorher, die ihn von Seite der heidnischen Obrigkeit deshalb treffen würde. In heiligem Sinne beschloß er daher, einen Schullehrer in der Stadt zu machen, und in Unterrichtung der Kinder das Reich Gottes wie möglich auszubreiten. Wozu kann die Liebe nicht Antrieb sein? Wer hätte einen Mann von so hohem Stande einen Bischof einen Apostel gemeinen Kleide eines Schullehrers gesucht? Die Liebe wird Allen Alles!- Kassian ward also einer zahlreihen Knabenschule zu Imola als Lehrmeister vorgesetzt. Er unterrichtete die Kinder im Lesen und Schreiben, in der Sprachlehre und dergleichen Fertigkeiten. Bei Gelegenheit dieses Unterrichtes redete er öfter zu seinen Zöglingen von der Nichtigkeit
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