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trank in goldener Schale; uns armen Sündern von der Liebe dargebracht, die bis zum Tode geliebt
hat. Wann wurde dies Wort gesprochen? Es war Nacht; das Licht des Tages war verschwunden, dunkle Schatten bedeckten die Erde, eine Nacht war angebrochen, wie sie nie, so lange Licht und Finsterniß wechselt, erschienen- ist, die Nacht, in welcher die Hölle über den Tod des Lebensfürsten brütete und der Teufel in des Verräthers Herz fuhr. In diese Nacht hinein wurde das heilige Wort von den heiligsten Lippen gesprochen:» Nehmet, effet, das ist Mein Leib! nehmet, trinket, das ist Mein Blut!«< und über allen Nächten des Lebens stehet es seitdem wie ein leuchtender Himmelsstern, wie eine heilige Festtagskerze, vor welcher die Finsterniß weicht, der Schmerz flieht und das Leben, selbst unter dem Drucke des bittersten Elends, in himmlischer Verklärung erscheint. O welche Nächte hat dies Wort lieblich und tröstlich erhellt! In schwülen Kummernächten hat es die Sorge zerstreut, das 3agen gestillt und die zerrissene Seele mit dem Frieden Gottes befeligt. In dunklen Bußnächten hat es das schuldbeladene Herz des Sünders entlastet, die blutenden Wunden seiner Seele geheilt, sein weinendes Auge getrocknet, seinen gebeugten Geist aufgerichtet, und ihn davon felig gewiß gemacht, daß er in Christo einen gnädigen und versöhnten Gott habe. In bangen Todesnächten ist es den Sterbenden der einzige Stecken und Stab gewesen, woran sie sich hielten, die letzte Zuflucht, wohin ihre Seele sich wandte, der kräftigste Trost, der sie über die Schrecken des Todes emporhob, die süßeste Labung auf dem Wege zur Ewigkeit, und das köstlichste Pfand, mit welchem sie freudig durch die dunkle Pforte vor den Thron des


