Druckschrift 
Tägliches Hand-Buch, in guten und bösen Tagen, das ist: Aufmunterungen, Gebete und Gesänge, 1) Für Gesunde; 2) Für Betrübte; 3) Für Kranke; 4) Für Sterbende; wie auch Sprüche, Seufzer und Gebete, dem Sterbenden vorzusprechen, nebst den Fest- Andachten [...] von Johann Friedr. Starck [...]
Entstehung
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Der glaubige Christ bereitet stch 2c.

bei mir ein, So wird mir dieser Tag ein rech ter Sonntag sein. Amen.

Gesang.

Mel. O GOtt, du frommer GOtt 2c.

1. Wie lieblich ist dein Wort, Es bringt mir lauter Freude, Es ist mein größter Troft Und meiner Seelen Waide, Es ist mein liebster Schaß, Den ich auf Erden hab, Der mich erquicken soll, Bis man mich trägt ins Grab.

2. Es ist dein Wort mein Licht, Das mir den Weg recht zeiget, Und mich bestraft, wenn sich Mein Fuß zum Irrweg neiget, Ich glaub an dieses Wort, Und lebt nach diesem Wort, So bringt mich dieses Licht Auch an den Freudenort.

3. Es ist mein Honigseim, Womit ich mich erlabe, wenn ich viel Bitterkeit in meinem Herzen habe. Wie süß ist's meiner Seel, Wenn sie in Trübsal steckt, Wenn ihr des Trostes Quell Im Wort wird aufgedeckt.

4. Es ist dein Wort mein Schaß, Groß über alle Schäße, Darnach ich mich allein In Noth und Tod ergöße, Den Schaß raubt mir kein Feind, Und keiner Feinde List, Weil er gar wohl verwahrt In meinem Herzen ist.

5. Pflegt Gold und Silber gleich Ein Eitler zu er­wählen. Viel lieber ist dein Wort Der gottgelaff'nen Seelen: Wenn man dein Wort und Gold ihr stellet vors Gericht, So greift sie nach dem Wort, Und acht desGoldes nicht.

6. Rathsleute suchen die So da im Zweifel stehen, Dieselben sind dein Wort, Dahin ich pfleg zu gehen; Frag ich, was thu ich jetzt, Gehts übel oder wohl? So zeiget mir dein Wort, Was ich erwählen soll.

7. Nach diesem Lebenswort Will ich nun einhergehen, Es soll mein Leitstern sein; Sieh darnach will ich sehen; Wozu es mich anweist, Das thu ich ungescheut, Und meid mit allem Fleiß Das, was er mir verbeut.

8. Ach! nimm doch nicht hinweg Das Wort von meinem Munde, Ach! laß es sein mein Trost Bis in die Todesstunde; Wenn sich mein Mund zuschleußt, Nimmt keine Speis' mehr ein, So laß dein liebes Wort Der Seelen Speise sein.

9. So hab ich Unterricht, Dieweil ich werde leben, Ich hab' auch Trost, wenn ich Soll meinen Geist auf geben; Und was dein Wort verspricht In dieser Gnaden­zeit, Sieh das erlang ich dort In jener Herrlichkeit.