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Gesangbuch für die protestantische Kirche des Königreichs Bayern : [nebst] Anhang von Gebeten
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Gebet nach der Genesung.

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Gnade, daß ich vertrauensvoll in deiner Führung ruhe. Laß mich stets bedenken, daß dein Wille ein guter und gnädiger Wille ist, der immer mein Bestes wählet. Ach! wie oft will mein Herz den Irrweg, und wie selten will es sich deine Wege wohlgefallen lassen! Ziehe mich zurück, wenn ich meis nem eigenen Willen folgen will, und lehre mich, mich selbst verläugnen, meinen eigenen Neigungen und Wünschen ents sagen, und mich ganz deinen Fügungen unterwerfen. Vers leihe, daß ich nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit dem Herzen sage: Herr, dein Wille geschehe!

Dann wird meine Seele ruhig, denn ich weiß, du wirst mir nichts geschehen lassen, als was mir nüglich und heils sam ist.

So schaue denn, großer Gott, hernieder auf mich, der ( die) ich hier vor dir liege; nimm mein Herz, und mache es so gesinnet, wie es dir wohlgefällig ist.

Mit Freuden kann ich bis hieher sagen, daß deine Hand mich geleitet, daß dein Arm mich geschüßzet, daß dein Trost mich erquicket hat. Nun, o Gott! du lebest noch, deine Treue ist noch immer groß, und deine Güte ist noch täglich neu. Was du willst, das geschehe! Dir ergebe ich mich in kindlichem Gehorsam, es sey zum Leben oder Sterben. Es gehe, wie es gehe, du, Vater in der Höhe, weißt doch zu allen Sachen Rath. Amen.

Gebet nach der Genesung.

Großer Gott, höchster Gebieter über unser Leben, der du allein in das Grab, und auch wieder herausführest, ich werfe mich in tiefster Demuth vor dir nieder, und danke dir von Herzen, daß du mich von den Pforten des Grabes zurücks riefest. Ich rief zu dir: ewiger Gott! ist es möglich, so frifte mir mein Leben noch auf einige Zeit. Da hortest du meine Klagen, und sahest meine Thränen an, und gabst mir Leben und Gesundheit wieder. O, daß ich deine Liebe und deinen Beistand nach Würden erheben könnte! Ich bekenne es mit freudigem Danke, daß ich dir allein meine Genesung zu danken habe. Auch die größte Klugheit und Sorgfalt der Menschen ist ohne dich vergebens. Was habe ich dir nicht, o mein Gott, in meiner Strankheit und in meinen Nengsten versprochen! Ich hatte mich dir ganz zu deinem Dienste gewidmet. Ich sagte allem dem ab, was dir mißfals len kann; ich versprach, die bis in den Tod treu zu bleiben.