Selbstprüfung vor der Beichte.
Bin ich den Armen, so viel es seyn konnte, mit Wohl thaten zu Hülfe gekommen?
Habe ich die Betrübten gerne getröstet?
Habe ich keinen Menschen geschmäht und gelåstert? Keinen mit Troß und feindseligen Geberden betrübt? Habe ich meinen Zorn stets gemäßiget?
Nie eine unerlaubte Nachgierde im Herzen unterhalten? War ich stets bereit, mich mit meinem Feinde zu vers föhnen?
18
Habe ich meinem Feinde auch Gutes gewünscht und Gutes gethan?
Habe ich nicht durch Unordnung im Essen und Trinken, durch heftigen Zorn, oder durch allzuviel Arbeit meiner Ges sundheit geschadet und meinen Leib geschwächt?
Habe ich alle unzüchtige Gedanken und Begierden zu unterdrücken gesucht?
Gab ich mir alle Mühe, meinen Leib und meine Seele rein und unbefleckt zu erhalten?
Habe ich meinem Ehegatten stets die gebührende Treue geleistet, demselben mit Liebe begegnet, und sein Wohl, wie mein eigenes, befördert?
Habe ich mich nie durch irgend eine Ungerechtigkeit an dem Nächsten verfündiget?
Meinen Obern und Vorgesetzten nie etwas veruntreut oder vernachläffigt?
Meinen Untergebenen ihren gebührenden Lohn und ihre gebührende Kost nie versagt oder geschmälert?
Nie auch den geringsten Betrug im Handel begangen? Die Wohlfahrt meines Nächsten, wie meine eigene, zu befördern gesucht?
habe ich auch das Meine weislich zu Rathe gehalten, und durch Arbeit zit vermehren gesucht?
War ich mit dem, was mein Gott mir gab, auch zus frieden?
Bin ich nie auf eine unerlaubte Art von der Wahrs beit abgewichen?
Habe ich nie zum Schaden des Nächsten eine Unwahrs beit geredet? Nie gegen meine Vorgesetzten die Wahrheit geläugnet?
Nie durch besen Argwohn mich an dem Nächsten vers fündiget? Nie die Heimlichkeiten des Nächsten unbefugt und zu seinem Schaden entdeckt?
Habe ich keinen Menschen je durch böse Nachreden betrübt?


