Druckschrift 
Gesangbuch für die evangelisch-lutherische Kirche in Bayern : [nebst] Anhang kurzer Gebete [und] Ordnung und Form des Hauptgottesdienstes an Sonn- und Festtagen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Sonntags und allgemeine Gottesdienstlieder.

21

gewiß, er wirds wohl machen.

alles Jrdsche ab; heut Jesus ist und Sachen und hoff auf ihn: erstanden aus dem Grab; heut bat er sein Erlösungswerk ge endet; heut hat er auch den Geist herabgesendet.

3. Dies heilge Heut beißt dich auch heilig sein: Gott diesen Tag bei dir will ziehen ein. So rube du von Arbeit und von Sünden, daß er in dir mög seine Ruhe finden.

4. Gott gibet dir sechs Tage für den Leib: der siebente der Seele eigen bleib; sie muß ja auch von sieben einen haben, daß sie sich mög mit Himmelsspeise laben.

5. Viel Sünden dir die Woche ladet auf: an diesem Tag mit Bitten Gnade kauf. Leg ab die Last, geb, Gottes Wort zu hören; dies laß dich heut die Wochen­wege lehren.

6. Sechs Tage dich Gott seg­net, schützt und nährt: heut er dafür mit Dank will sein geehrt. Der erste soll heut für die andern bitten, daß Gott sie woll mit Segen überschütten.

7. Gott wöchentlich gibt sieben Tage dir: gib einen du, den ersten, ihm dafür; der erste wird die andern sechse zieren, wirst du beut Gott im Mund und Herzen führen.

8. Am ersten du nach Gottes Reiche tracht, obschon die Welt nur deiner Andacht lacht; der Schad ist ihr, dir aber wirds gedeiben; Gott alles Glück auf dich wird reichlich streuen.

9. An diesem Tag hab deine Lust am Herrn; was dein Herz wünscht, wird er dir geben gern; befiehl Gott heut all deine Weg

10. Wirst aber du ihm nebmen seinen Tag, so macht er dir die sechse voller Plag. Wer ehret Gott, den ehrt er auch auf Erden; wer ihn veracht, soll auch ver­achtet werden.

Sigm. b. Birken, geb. 1626, 1681. Mel. Gott des Himmels 2c.

33. Großer Gott von aiten Zeiten, dessen Hand die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf ge­führt; heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf.

2. Ach, wie lieb ich diese Stunden; denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Himmel weist.

3. Habe Dank für deinen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt. Das sind unsre besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt und von Herzen bet und singt, daß es durch die Wolken dringt.

4. Was ist schöner als Gott dienen, was ist süßer als sein Wort, da wir sammeln wie die Bienen und den Honig tragen fort; selig ist, wer Tag und Nacht also nach dem Himmel tracht.

5. O mein Gott, sprich selber Amen, denn wir sind dein Ei­gentum; alles preise deinen Na­men, alles mehre deinen Ruhm, bis es fünftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sehn.

Kafp. Neumann, geb. 1648,+ 1716.