Gebetlieder.
Gott, du kannst es mir wohl geben, daß ich nicht wieder werd zu Spott, die Hoffnung gib daneben; voraus, wenn ich muß hie davon, daß ich dir mög vertrauen und nicht bauen auf alles mein Thun, sonst wirds mich ewig
reuen.
3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund mein Feinden mög vergeben, verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff mir ein neues Leben. Dein Wort mein Speis laß allweg sein, damit mein Seel zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück geht daher, das mich bald möcht verkehren.
4. Laß mich kein Lust noch Furcht von dir in dieser Welt abwenden; beständig sein ins End gib mir; du hasts allein in Händen! Und wem dus gibst, der hats umsonst; es mag niemand erwerben noch ererben durch Werk deine Gnad, die uns errett vom Sterben.
5. Jch lieg im Streit und widerstreb; hilf, o Herr Christ, dem Schwachen! An deiner Gnad allein ich fleb; du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung ber, so wehr, daß sie mich nicht umstoße; du kannst maßen, daß mirs nicht bring Gefähr. Ich weiß, du wirsts nicht lassen.
Jebann Agricola, geb. 1492,+ 1566.
Eigne Melodie.
18. Herzlich lieb hab ich dich. o Herr! Ich bitt, wollst sein von
mir nicht fern mit deiner Güt and Gnaden! Die ganze Welt
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nicht freuet mich, nach Himm'l und Erden nicht frag ich, wenn ich dich nur kann baben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, so bist doch du mein Zuversicht, mein Teil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut bat erlöst. Herr Jeſu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmermehr.
2. Es ist ja, Herr, dein G'schenk und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in diesem armen Leben; damit ichs brauch zum Lobe dein, zu Nug und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben! Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr, in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich! Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnot.
3. Ach, Herr, laß dein lieb Engelein am leßten End die Seele mein in Abrahams Schoß tragen, den Leib in seim Schlaffämmerlein gar sanft ohn einge Qual und Pein ruhn bis am jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottessohn, mein Heiland und mein Gnadenthron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich, ich will dich preisen ewiglich.
Martin Schalling, geb. 1532, † 1608.
Miel. Herzlich thut mich zc.
19. Laß mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr!


