Das erste Hauptstück. Das neunte Gebot?
846
Du sollst nicht begehren deines Nächsien Haus.
Was ist das?
Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen, noch mit einem Schein des Rechten an uns bringen! sondern ihm dasselbe zu behalten, förderlich und diensilich seyn.
Das zehnte Gebot?
Du sollt nicht begehren deines nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh, oder alles, was sein ist.
Was ist das?
Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gefind, oder Vieh abspannen, abbringen, oder abwendig machen; sondern bei denselben anhalten, daß fie bleiben und thun was sie schuldig sind. Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen?
Er sagt also: Sch, der Herr dein Gott, bin ein stars fer eifriger Gott, der über die so mich hassen, die Sünde der Väter beimsuchet an den Kindern bis ins dritte und vierte Glieb; aber denen so mich lieben und meine Gebote halten, thue ich wohl bis ins tausendfie Glled. Was ist das?
Gott bräuet zu strafen alle, die diese Gebote übers treten, darum sollen wir uns fürchten für seinem Zorn, und nicht wider solche Gebote thun. Er verbeißt, Gnade und alles Gutes allen denen, die solche Gebote balten. Darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen und gerke thun nach seinen Geboten.
Wozu find uns diefe zehn Gebote Gottes nus?
3u 3weierlei. Erfilich zeigen sie uns die Sünde an und offenbaren Gottes Zorn über die Sünde, dadurch wir verursacht werden, Vergebung der Sünden und Trost wider Gottes Zorn und den ewigen Tod bei uns ferm Herrn und Heiland zu suchen.
Zum andern lehren sie, welches die guten Werke sein, so die Glaubige und Neugeborne zu thun schulbig sind, ihren Gehorsam und Dankbarkeit gegen den gnädigen Vater im Himmel damit zu beweisen.
Können wir denn auch mit unsern guten Werken Gottes Gebot und Gefeß erfüllen?
Ach nein! Denn unsere gute Werke sind nicht voll
n*


