M 14
soll ich doch öfter stille stehen auf dem Wege meiner Wanderschaft; auf das Vergangene zurück- und auf das Künftige vorwärts sehen, ob ich nicht mein Ziel, vielleicht durch allzuheftiges Trachten, doch verfehlet habe. Ich soll mich selbst fragen: was ich denn durch all mein Trachten und Ehun Gutes ausgerichtet habe, wie viel ich dadurch besser, zufriedener geworden bin; und wo es wohl fehlen mag, wenn ich es noch nicht bin.
Du verlangest nicht, daß ich den ganzen Tag betrachte und bethe. Aber ich kann doch auch außer der Kirche viel Gutes und Nüßliches thun, wozu ich sonst nicht Zeit und Gelegenheit habe durch ein lehrreiches Buch oder Gespräch mich selbst und andere belehren, und gut unterhalten und Liebswerke thun, welche dir besser gefallen, als Opfer. Unsere gewöhnliche Arbeit höret heute nicht darum auf, daß wir dem allezeit schändlichen Müssiggange nachhängen, sondern dafür uns anders und besser beschäftigen sollen.
ma
-
S


