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ist der Zufluchtsort, wo wir vor dem Zorne des beleidigten Gottes Schutz und Sicherheit suchen sollen. Uebrigens ist diese Verehrung, wie man aus dem Obbesagten leicht entnehmen wird, nichts Anderes, als die Verehrung des Heilandes selbst. Wenn wir das göttliche Herz verehren, so trennen wir es nicht von dem geheiligten Leibe Jesu, sondern wir verehren dasselbe als das lebendige, mit seiner göttlichen Person vereinigte Herz. Wir verehren also den Heiland, und bei dieser Verehrung richten wir unser Augenmerk auf sein heiligstes Herz; weil dieses uns an alle seine Tugenden erinnert, an alles, was Jesus für uns gelitten und gethan, und weil es am deutlichsten seine überschwängliche Liebe gegen uns vor Augen stellet, und eben deßwegen auch am meisten geeignet ist, unsere Herzen zu rühren, und in demselben die Empfindungen der Gegenliebe und Dankbarkeit zu wecken und zu beleben, und alles das in getreuer Nachfolge zu erfüllen, was Jesus durch dieses Herz von uns verlanget. Deßwegen wird uns dies gebenedeite Herz von der Lanze verwundet dargestellt," sagt der heilige Bernardus, damit wir uns durch den Anblick der sichtbaren Wunde die unsichtbare Wunde seiner Liebe zu Gemüthe führen; denn gleichsam wie bei den Menschen, wie Christus sagt, ein guter Mensch aus dem guten Schatze des Herzens das gute hervorbringt: so soll man auch in Jesu das Herz als den Thron seiner Liebe ansehen, als den Sitz aller heiligen Begierden und liebreichen Anmuthungen, als den Ursprung aller Tugenden, als die Schatzkammer aller Gnaden, als das Werkzeug unseres Heiles, und als das Vorbild aller Jesu, der nach einer reifen und strengen Prüfung
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