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Heiliger Liebes-Bund : ein vollständiges Gebet- und Tugend-Buch für alle Verehrer der heiligsten Herzen Jesu und Mariä / von P. Franz Xaver Weninger S.J.
Entstehung
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VIII

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Neues ist; so ist sie doch in spätern Zeiten allge­meiner geworden, so daß die Art, auf welche die­felbe nun geübet wird, etwas ist, womit Jesus erst in den späteren Zeiten seine Kirche begnadiget hatte. Gott hatte schon der heiligen Gertrudis geoffenba­ret, daß er die Andacht zu dem göttlichen Herzen in spätern Zeiten gebrauchen wollte, um durch sie die fast erloschene Liebe in den Herzen der Menschen wieder anzufachen und zu ernähren. Wie nun aber Gott meistens große Dinge durch schwach scheinende Werkzeuge bewirkt; so erwählte er auch, um die Andacht des heiligsten Herzens seines Sohnes zu verbreiten, eine heilige, vom Herzen demüthige, in den Augen der Welt verachtete, aber von Gott Hochgeschätzte Jungfrau. Es war dies die ehrwür­dige Margaretha Alacoque*), die von Gott wunder­bar geprüft und mit außerordentlichen Gnaden auß­gezeichnet wurde. Als dieselbe einstens am Tage des heiligen Evangelisten Johannes vor dem aller­Heiligsten Altarssacramente, ganz in Liebe zu Jesu versunken, betete, erschien ihr, wie es in der Lebens­beschreibung der frommen Nonne heißt, der Erlöser, und zeigte ihr sein göttliches Herz, wie auf einem Throne ringsum mit Flammen umgeben, durchsich­

*) Die ehrwürdige Margaretha Maria Alacoque trat in ihrer Jugend in den Orden der Heimsuchung Mariä, ieder von dem heiligen Franciscus Salesius gestiftet wor= den, und lebte in dem Kloster Pary, einer Stadt in Burgund, als ein wahres Muster der Tugend, wo sie am 17. August 1690 im Rufe der Heiligkeit gestor ben ist. Man hofft, daß der apostolische Stuhl diese von Gott so hoch begnadigte Jungfrau bald feierlich den Heiligen beizählen werde.